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Musik

Jade von Pascow

Jetzt in der Retrospektive kann es sich nur um einen Irrtum handeln. Die Rede ist von Pascow und mir. Ich war wohl jahrelang der Meinung, die Band schon gehört und in meinen Erinnerungen verrissen zu haben. Nach einigen Runden Jade komme ich aber genau zum umgekehrten Schluss und der mögliche Verriss klingt in meinen Ohren irgendwie lächerlich. Klar, Bands und die Musik ändern sich, die Qualität hat sich in 15-20 Jahren auch merklich gebessert – ganz allgemein – aber dennoch. Irgendwie erscheint es mir absurd, dass ich derlei geschrieben habe.

© Rookie Records – Pascow - Jade
© Rookie Records – Pascow – Jade
© Rookie Records – Pascow - Jade
© Rookie Records – Pascow – Jade

Am 25. Januar 2019 ist das neue Album Jade von Pascow bei Rookie Records erschienen. Laut Band verabschiedet man sich auch von Codierung und „kryptischer Scheiße“. Die Texte sind auf jeden Fall lesenswert, die Musik beeindruckend melodisch und ebenso abwechslungsreich wie das, was gesungen wird.

Schnörkellose Punkrock-Nummern leisten sich mit Off-Beat und Western-Anleihen Gesellschaft. Das Ganze wird mit balladesken Momenten beziehungsweise im Falle der Single Wunderkind mit einer reinen Ballade abgerundet.

Ob tatsächlich mit der kryptischen Schreiberei aufgehört wurde, kann ich nicht beurteilen. Ich denke, siehe ersten Absatz, dass es meine erste Scheibe von und mit der Band ist. Marie scheint sich um eine Beziehung zu drehen. Wer mit wem, bleibt – für mich – im Nebel verborgen. Kriegerin kann man mit Recherche, danke du neuländisches Internet!, in Erfahrung bringen, einige Schlüsselworte sind ja eingestreut.

Die Ballade und Single Wunderkind beispielsweise verbinde ich, vielleicht wegen entsprechender Prädisposition, mit Depression, Mobbing, … ein mieses Leben. Der Text hat für mich aufmunternden wie auch aufmüpfigen Charakter. Letzteres stark im Sinne von erhobenen Hauptes den Leuten aus vergangenen Tagen den Rücken zukehren und sich mit dem Mittelfinger sehr lange, sichtbar, an ebenjenen kratzen. Sehr lange.

Ich feiere Unter Geiern, Treck der Toten und Schmutzigrot genau so wie die schon oben erwähnten Stücke. Ich mag die Vielfalt und finde die Stücke bewegend, erfreulich abwechslungsreich, gelungen und sollte überall laufen. Erkläre ich rückwirkend zu einer meiner Lieblingsplatte im Jahre 2019. Wie gut die Platte, wie schade, dass ich sie erst so spät höre.

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Fazit
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Jade von Pascow
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