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Hartgeld im Club von Callejon

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(c) Century Media - Hartgeld im Club von Callejon
(c) Century Media – Hartgeld im Club von Callejon

2013 erschien auf der Bildfläche eine neue alte Band. Callejon gaben als Kallejon auf dem Album Man spricht Deutsch Coverversionen zum Besten. Über die Ärzte fanden auch Fettes Brot mit Schwule Mädchen und Tic Tac Toe mit Ich find dich scheiße ihren Weg in ein neues Gewand und auf den Longplayer. Sechs Jahre später kommt die Truppe wieder auf diese Idee – wahrscheinlich jedoch viel früher; wir hören es aber erst 2019 – Songs auszuwählen, zu covern und dieses Mal auf Hartgeld im Club zu verewigen.

Dieses Mal sind jedoch durchweg Songs aus dem Rap-Sektor am Start. Die Party startet mit Von Party zu Party von SXTN gefolgt von Schlechtes Vorbild (Sido), Kids (2 Finger an den Kopf) von Marteria und Palmen aus Plastik von Raf Camora.

Ein guter Überblick, was einen hier erwartet. Eingängige Stücke kombiniert mit Rap-typischen Effekten – für ein rein hardcore-gewohntes, punkiges und / oder metallisches Ohr sicher alles andere eine Wohltat und gewöhnungsbedürftig wenn nicht sogar eine ablehnende Haltung ebenjenen gegenüber. Aber genau, das könnte man bei Crossover-Alben ja als Zweck sehen. Augen öffnen. Funktioniert allerdings nur, wenn man denn möchte.

Was du Liebe nennst von Bausa entpuppt sich hier als gewaltiges, melodiöses Stück guter, harter Rockmusik. Willst du von Alligatoah hat ebenfalls nur wenig an Ohrwurmcharakter verloren, könnte durchaus auch auf einer nachgereichten Bonus-CD vom Originalinterpreten erscheinen. Arbeit nervt von Deichkind ist ein richtiges Brett mit Electronica unterlegt. Urlaub fürs Gehirn von K.I.Z. kann sich ebenfalls hören lassen. Grandiose Version und ein schönes Brett, das auch live sicherlich gut kommt – wie auch die meisten anderen Stücke auf diesem Album.

Caspers So perfekt schwankt zum ersten Mal bekommt aber die Kurve. Trotzdem eine gute Version. Könnte dem Rapper auch gut gefallen, war dieser doch in der Metalcore-Band A Fear Called Treason aktiv und gründete danach noch eine weitere Hardcore-Band, wenn mich nicht alles täuscht. Bros von RIN ist zum ersten Mal selbst für meine Ohren deutlich zu – nervig (jedoch nicht annähernd so, wie das Original, daher eine erhebliche Verbesserung). Ich rolle mit meim Besten – im Original von Haftbefehl featuring Marteria – erinnert mich vage an Limp Bizkits Rollin‘. Ich weiß nicht, wie es besser beschreiben soll, aber für mich vermitteln die Gitarren das „Rollen“ ziemlich in den langsameren Stellen.

Der titelgebende Song ist ein neuer Track von Callejon / Kallejon featuring Antifuchs und Pilz. Äußerst gelungen und eine gelungene Hommage an das Genre, was hier präsentiert wird. Wenngleich auch im neuen Gewand. Und dann kommt der dritte Teil von Porn From Spain. Lange darauf gewartet, viele haben danach geschrien. Und er kommt mit zwei Features: K.I.Z. liefern ordentlich ab, war aber zu erwarten (nicht negativ gemeint). Doch dann gibt es da noch das zweite Feature mit Bodycount-Gründer und Rapper Ice-T. Das kann eigentlich nur gut werden und ist es. Porn From Spain 3 ist gelungen.

Insgesamt gefällt mir Hartgeld im Club ziemlich gut und sorgt für entsprechende Stimmung bei mir. Wenngleich ich das Bild beziehungsweise die verschiedenen Versionen davon, wie das Hartgeld in den Club kommt nicht mehr los werde. Mit einer Ballmaschine? Oder einfach von oben runter – mit Schmackes oder einfach fallen lassen? Ist aber auch egal und unerheblich. Wer dem ersten Cover-Album schon etwas abgewinnen konnte, wird es hier sicherlich auch leicht haben. Man sollte allerdings auf Autotune und sonstige Rap-typische Effekte gefasst sein.

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Hartgeld im Club von Callejon
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