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Dr Psych‘s Ratgeber Borderline von Sandra Maxeiner, Hedda Rühle

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(c) Dr. Psych's Ratgeber Borderline. Mit einem Beitrag zur Multiplen Persönlichkeit. Damit ihr wisst, wie ich mich fühle. Was Betroffene und Angehörige wissen sollten. von Sandra Maxeiner und Hedda Rühle
(c) Dr. Psych’s Ratgeber Borderline. Mit einem Beitrag zur Multiplen Persönlichkeit. Damit ihr wisst, wie ich mich fühle. Was Betroffene und Angehörige wissen sollten. von Sandra Maxeiner und Hedda Rühle

Das Buch heißt mit vollständigem Titel eigentlich Dr. Psych‘s Ratgeber Borderline – Mit einem Beitrag zur Multiplen Persönlichkeit »Damit ihr wisst, wie ich mich fühle« – Was Betroffene und Angehörige wissen sollten von Sandra Maxeiner und Hedda Rühle. Erschienen ist das über 400 Seiten starke Buch beim Jerry Media Verlag – ebenso wie auch der schon besprochene Dr. Psych‘s Ratgeber Depressionen (Rezension an dieser Stelle).

Schon im Depressions-Ratgeber kamen mir die Ansätze aus dem spirituellen Ansätze falsch vor. Ja, ich weiß, es soll (und ist teilweise) eine Stütze sein für die Betroffenen. Im Prinzip also das, was die Krücke für jemanden ist mit gebrochenen Beinen. Das Problem ist – und das soll auch in späteren Jahren passieren – dass jeder einen Sinneswandel erfahren kann. Was also, wenn jemand zum Atheismus übergeht, sich dem Säkularismus und Humanismus verschreibt. Bis der Übergang vollzogen ist, besitzt die- oder derjenige keine Stütze / Gehhilfe mehr. Die Gefahr halte ich für groß und hat in etwa das zur Folge, was passiert, wenn man jemanden die Krücken bei einer Wanderung (alleine!) in einem Wald wegtritt und liegen lässt. Mit etwas Glück wird die- oder derjenige rechtzeitig gefunden, stabilisiert, aufgebaut. Dennoch wurde die Person auch aufgehalten. Außerdem muss eine erneute Änderung der Denkmuster erfolgen, denn jetzt kann sich dass die Person (nur) selbst zu schreiben, was sie getan hat. Für sich. Mut gehabt, Freude gefunden, Freunde besucht, verreist, „Glück gehabt“ (eigentlich hat man sehr viel dafür in den meisten Fällen gearbeitet und nicht einfach „Glück gehabt“, man darf sich das also selbst zu schreiben und keinem Gott.) Und genau darin sehe ich die Gefahr. Die Versuchung ist einfach groß, dass jemand anderem zuzuschreiben anstatt sich und sein Innerstes zu stärken. Man redet es nicht mehr klein, denn davon würde man partiell wenigsten noch etwas anerkennen für sich, man schiebt es komplett auf höhere Wesen (Götter, Engel,…). (Anmerkung: Ich bin selbst betroffen (mit Depressionen und anderen Diagnosen, daher erlaube ich mir mal eine Einschätzung. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das bei instabilen Charakteren irgendwie behilflich sein kann oder eine langfristige Lösung ohne Risiko darstellt.)

Die Aufklärung über Borderline fand ich hilfreich und interessant. Zahlreiche Personen, Betroffene, Angehörige, wurden interviewt und haben einen Einblick gegeben. Teilweise sehr persönlich, was ich nicht erwartet habe. Ich finde das bewundernswert diesen Mut aufzubringen und das öffentlich zu machen. Gerade, wenn es so eine gebrandmarkte Diagnose ist und man selbst sehr häufig auch ein gebranntes Kind ist.

Gleiches gilt für den Beitrag zur Multiplen Persönlichkeit – eigentlich Dissoziative Identitätsstörung. Der ist interessant bekommt aber direkt zu Beginn einen faden Beigeschmack. Ich will das nicht vollkommen in Abrede stellen, denke aber, dass ein Gegengewicht dem Buch eher positiv zugute gehalten worden wäre statt das Ganze alleine stehen zu lassen. Es geht speziell um den Beitrag mit dem rituellen Missbrauch. Als Gegenpol – und bitte als neutral verstehen und nicht, dass ich das ebenfalls als Fake darstellen möchte. Ich empfinde es nur wichtig darüber Bescheid zu wissen und ohne Gegenpol empfinde ich es einfach als sehr einseitig. Auch wenn ich weiß, das man schnell gesagt bekommt, man stelle das gesamte Geschehen in Abrede. (Daher einige Links: Psiram 1, Psiram 2, Wikipedia, Info, Mimikama)

Insgesamt war mir die spirituelle Darstellung und Zuhilfenahme zu viel des guten sowie einige andere Punkte, die ich nicht zwingend gut fand. Oder gutheißen konnte / wollte. Die Interviews fand ich am interessantesten und lehrreichsten für mich. Die Punkte sind eher als 2,5 zu lesen, lassen sich nur nicht so darstellen.

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Fazit
Review Datum
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Dr Psych‘s Ratgeber Borderline von Sandra Maxeiner, Hedda Rühle
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