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Plastic Bomb Nummer 106

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(c) Plastic Bomb Nummer 106
(c) Plastic Bomb Nummer 106

So, das ist die erste Plastic Bomb Ausgabe des neuen Jahres. Im Vorwort beziehungsweise in den Vorwörtern hält Ronja direkt eine Neujahrsansprache und beginnt die Plastic Bomb Nummer 106 mit einem nicht so schönen aber dennoch wichtigen Thema: der Überlebenskampf eines Unternehmens. In diesem Falle das Fanzine. Die CD wurde ja nicht ohne Grund weggekürzt. Natürlich, es steckt wahrlich auch mehr dahinter. Dennoch gibt es verschiedene Überlegungen. Die 3,50 € sind nicht mehr zeitgemäß und sind schon seit der Umstellung von DM auf € so. Seitenzahl senken? Von 3,50€ auf x €? Und sie zeigt auch auf, was so wichtig an Abos ist. Kein schöner aber dafür notwendiger Anfang. Autor Basti schlägt in eine ähnliche Richtung (bezogen auf den Frustfaktor) wenngleich auch ein anderes wichtiges Thema. Aufbauend wirkt beides nicht, dennoch leider ein notwendiges Übel – also, das Anschneiden solcher Themen, selbst wenn sie unbequem sind. Swens Vorwort baut teilweise auch auf, gleiches gilt auch für Tammo. Wenngleich die Themen alle ihre Daseinsberechtigung haben und dies keine Wertung, sondern nur eine Feststellung ist.

Auf den nächsten Seiten bleibt dieses Verhältnis ähnliches beziehungsweise mit doch starker Tendenz zu erfreulichen Texten. Abgesehen Geschichten aus der Gruft – wieder mal ein starkes Thema (Christian Anders) ausgewählt und kann nicht auf dem Schirm gehabt, dass der Herr so abgedriftet ist – der Seenotrettung und Chris Scholz‘ Text. Auch hier gilt: liegt vielleicht etwas schwer im Magen, tut aber anscheinend Not. Auch Ronjas Text das A nicht immer nur für Anarchie steht, geht in diese Richtung und ist ein berechtigtes Hinterfragen, wenngleich meiner Einschätzung nach die Beweggründe dafür sehr, sehr unterschiedlich sind (Nutzung von Amazon).

Leipzig wird weiterhin porträtiert und szene-interne Anlaufplatz genannt und auch, was es mit den Gerüchten um die ein oder andere Straßen / Gegend tatsächlich auf sich hat. Ich kenne das selbst von mir und frage mich auch, wo sollte ich hingehen und erst recht: wo sollte ich besser nicht hinziehen. Gehen kann man ja meist, ist ja sehr kurz – also, relativ. Umzug sollte schon gut durchdacht sein. Auch hier spielen wieder die eigenen Beweggründe mit. Wer auf die Mütze bekommen hat, traumatisiert ist dadurch et cetera wird dort so oder so nicht hinziehen. Ganz gleich wie hoch die Gegend nun gelobt wird.

Als Gegengewicht kommen Interview mit den Idles, Millencolin, Pascow, Deutsche Laichen, Piefke, Rantanplan, Viagra Boys, Panikraum und Karl Nagel vor. Außerdem die üblichen Reviews aus dem Lesebereich und für den Musikgenuss. Zudem gibt es einen Bericht zu einer 3-Tage-Tour einer Band in Irland, einen Reisebericht nach Slowenien, die Fortführung von Story of a Skinhead und einen Bericht von einem Fehlfarben-Konzert.

Alles in allem hat mir die Plastic Bomb Nummer 106 wieder gut gefallen. Die Stile sind ausgewogen, die ernsteren Themen nicht besserwisserisch, dennoch wird der ernst schnell klar. Die Interviews sind gut und spannend. Meine persönlichen Favoriten sind Rantanplan, Panikraum und Karl Nagel. Die andere waren mir entweder zu unbekannt, um direkt ein stärkeres Interesse zu wecken bei mir oder aber: zu wenig mit beschäftigt. Das ist aber rein subjektiv. Ah, Idles fand ich gut, weil auch mal Ängste / Alkoholprobleme / Drogenprobleme angesprochen wurden. Das verdient sehr viel mehr Aufmerksamkeit, wenn jemand offen darüber redet. Leider kann man da als einzelne Publikation nicht viel machen, gerade im Printbereich. Trotzdem wollte ich das nicht unerwähnt lassen, weil ich das sehr wichtig finde. Tolles Heft, tolle Ausgabe. Ich hoffe, dass dieses Heft überlebt und eine Lösung findet. Vielleicht wäre Crowdfunding und / oder Tipeee eine Überlegung wert, wer weiß. Ansonsten: Abos kaufen, wie Ronja sagt.

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Plastic Bomb Nummer 106
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