Press "Enter" to skip to content

Circus Flic Flac Punxxx in Koblenz am 30. November 2019

Im Jahre 1989 gründete sich der Circus Flic Flac beziehungsweise wurden von den Brüdern Benno und Lothar Kastein sowie deren Ehefrauen Scarlett Kaiser-Kastein und Gabi Kastein gegründet. Bis auf eine Pause ab Juli 2010 bis Ende 2012 gab – soweit meine Kenntnisse – immer Touren. In der „Pause“ gab es die traditionellen Weihnachtsshows in Nürnberg und Dortmund, außerdem konzentrierte sich der Circus auf vereinzelte Festivitäten (unter anderem das Festival der Artisten, das dieses Jahr zum 11ten Mal in Kassel stattfindet). Mittlerweile geht die aktuelle Punxxx-tour schon mehrere Monate und die Tourdaten dafür reichen noch bis in den September 2020 hinein.

© Flic Flac Punxxx Logo
© Flic Flac Punxxx Logo

Zusammen betraten wir das Vorzelt, es war warm, geräumig, voller Möglichkeiten für den Verzehr, ein wenig Merchandise und rechts von uns, wir standen noch mit dem Rücken zum Eingang, um uns zu orientieren, war einer der Künstler. Das haben wir aber auch erst nachher 100% feststellen können. Jonglage war sein Ding, auch wenn es im Vorzelt nicht so gut aussah wie später beim Auftritt, hat der Jongleur in der Show relativ zu Beginn alles wieder wett gemacht. Aber dazu später mehr.

(c) Oliver Lippert - Circuc Flic Flac außen am Nachmittag vor der Veranstaltung
(c) Oliver Lippert – Circus Flic Flac außen am Nachmittag vor der Veranstaltung

Die Klos waren noch weiter rechts, auf der gegenüberliegenden Seite, und dort schlug es uns als erstes hin, war die Lounge. Schön gemütliches Ambiente, schöne Sitzgelegenheiten und vor allem warm. Zeit zum Ankommen, zur Orientierung, zum Reden.

(c) Oliver Lippert - Circuc Flic Flac innen in der Lounge
(c) Oliver Lippert – Circus Flic Flac innen in der Lounge

Dann kurz ein Abstecher, kurz vor Beginn, auf die Toiletten. Ordentlich aber – und dass ist bei mir in jedem Zirkus, bei jedem Event (egal, ob Konzerte, Musical, etc.) so: Es sind immer zu wenige Kabinen dort. Ja, mir ist durchaus bewusst, dass der Platz begrenzt ist. Aber selbst bei den Damen kam es zu regelmäßigen Staus – wie ich hörte – am Waschbecken. Bei uns eben bei den Kabinen. So sehr, dass die Leute das einzige WC für Rollstuhlfahrer in Anspruch genommen wurde. Aber: Wie gesagt immer und überall ein Problem. Daher nur als Anmerkung und kein Einfluss auf meine Wertung. Es geht hier schlussendlich um den Circus Flic Flac, nicht um die Toiletten.

(c) Oliver Lippert - Circuc Flic Flac innen von der Lounge aus in Richtung Vorzeltmitte blickend
(c) Oliver Lippert – Circus Flic Flac innen von der Lounge aus in Richtung Vorzeltmitte blickend

Die Show begann, wir saßen und immer noch einige – noch nicht. Egal, es wurde anmoderiert. Das Statement hat mich sofort beeindruckt, in seiner direkten Art und den Circus Flic Flac in ungeahnte Höhen katapultiert. Es wird kein Rassismus, keine Homophobie und kein Sexismus geduldet. Es flammte ein Spot auf, zeigte auf jemanden. Diese Person sah aus wie der jetzige US-Präsident Trump. Er wurde hinaus gebeten. Sehr, sehr geil. Ich habe mein Grinsen nicht mehr aus mein Gesicht bekommen. Und die Zuschauer bejubelten diese Aktion so sehr.

Dann wurde es schlagartig laut, adrenalingeladen. Motorräder flogen über eine Rampe quer durch das Zelt auf die Rampe über den Ein- und Ausgang für die Artisten. Sie fuhren nicht nur, sie machten Stunts. Ich glaube, es waren ziemlich wenige Körperregion noch mit den Bikes in Kontakt. Beeindruckend. Die Mad Flying Bikes und die später auftauchende Stahlkugel (Globe of Speed), wo wieder über ein halbes Dutzend Bikes durchgeheizt sind, war mit das „Schlimmste“ für das Herz aller Anwesenden, vermute ich. Aber auch der später auftauchende Stuntman, der ohne Netz und doppelten Boden sich normal und später auch kopfüber mehrmals durch luftige Höhen des Zelts gehangelt hat, war nicht zu verachten.

Natürlich blieb es nicht auf dem Level. Das geht nicht und wird, so denke ich, wenig abwechslungsreich und daher schnell langweilig. Daher gab es zur Auflockerung zwischendurch entspanntes, aber nicht weniger beeindruckendes. Darunter den schon erwähnten Jongleur Zdenek Polách, Künstlername Zeejay, oder Three G, drei Damen, die Equilibristik und Girlpower miteinander vermengen.

(c) Oliver Lippert - Circuc Flic Flac innen im Hauptzelt während der Pause
(c) Oliver Lippert – Circus Flic Flac innen im Hauptzelt während der Pause

Der Comedian David Eriksson provozierte, interpretierte und kommentierte. Dadurch bekam das alles eine ganz andere Richtung. Lockerte die Stimmung mit Sprüchen, Witzen und Spielereien auf. Eine Note Till Eulenspiegel war ebenfalls dabei – bezogen auf den Apfel. Angenehm aus der Rolle fallender Humor. Ebenso später, in der zweiten Hälfte, beim Master of Hellfire (Hubertus Wawra).

Fast hätte ich geschrieben, das Romy Meggiolaro nicht in der Show war. Das wäre natürlich eine Unwahrheit. Ich konnte nur mit den Begrifflichkeiten nichts anfangen, die in der Info stehen und hatte kein Bild vor Augen. Ein Video löste das ganze Rätsel in einem Aha-Effekt auf. Alex Michael der kopfüber durch die Manege in luftiger Höhe sich hangelt, haben wir schon erwähnt.

Es kamen noch zehn Künstler der Holy Warriors, Sandeep Vithoba Kale mit Mallakhamb, einer südasiatischen Akrobatikform, das Duo Turkeiev zeigte uns in Sachen Strapatenkunst wie die Nerven damit strapaziert werden können. Am Chinese Pole präsentierte Olha technisch hochversierte Akrobatik.

Und, was noch nicht erwähnt wurde: Romain Vicente. Er spielte das Live-Schlagzeug zu den verschiedenen Stücken, die dem Bühnenprogramm alle Ehre machen. Feinster Punkrock, Rock und Artverwandtes samt Die Antwoord kam aus den Lautsprechern. Richtig gutes Drumming, richtig gute Songs. Die Auswahl ist mir schon im Vorzelt aufgefallen, dort gab es In This Moment, Ramones, Sex Pistols, Beastie Boys und vieles mehr, was in diese Richtung geht. Yes! Mischung aus Live-Konzert und Akrobatik verschiedener Art.

(c) Oliver Lippert - Circuc Flic Flac außen nach der Veranstaltung
(c) Oliver Lippert – Circus Flic Flac außen nach der Veranstaltung

Fazit: Die Pausenankündigung war ebenso unerwartet wie das restliche Programm. Klar, man geht in einen Zirkus, um etwas besonderes zu sehen. Aber es gibt verschiedene Arten des Besonderen, Varianten, wie man dies darbietet, aufmacht, inkludiert in die Übung. Mir war klar, dass es noch auf dem Tempo, den die Motorräder vorlegten weitergehen konnten. Aber es zeigte schon zu Beginn: hier passieren keine Kleinigkeiten. Hier ist alles eine Nummer anders. Vielleicht sogar „extremer“. Den Globe of Speed habe ich beispielsweise „nur“ mit 5-6 Menschen gesehen, hier waren es 8. Klar, kann man sich von a nach b hangeln, schaukeln. Aber kopfüber hab ich es bisher noch nicht gesehen. Und das beste ist: Er ist selbst für Tierliebhaber geeignet. Ohne Tiere kommt Circus Flic Flac. Es geht doch. Auch hier ein wunderbares Statement an all die anderen.

Top! Und auf jeden Fall eine Empfehlung und ein „falls ihr Punxxx schon kennt, merkt euch schon mal 2021, denn dann möchte Circus Flic Flac wieder kommen. Mit neuem Programm.“ wert.

Website vom Circus Flic Flac

-Ad-

Bisher noch keine Bewertung / No ratings yet. 🙁

Hallo Besucher, bewerte doch ebenfalls!

Summary
Event
Circus Flic Flac Punxxx
Location
Messeglände Koblenz, Hans-Böckler-Straße 1a,Rheinland-Pfalz
Starting on
November 28, 2019
Ending on
Dezember 8, 2019
Description
Circus Flic Flac Punxxx in Koblenz am 30. November 2019
Offer Price
EUR 19-79
-Advertisment-