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Montreal im Interview

Wie schon in der Review zu Hier und heute nicht von Montreal erwähnt. War ebenjene Platte die erste, die ich mir anhörte. Bis dato kam mir die Band nur als News unter, gelesen und gedacht: Na, ob wir beide passen? und dann wieder vergessen. Und auch aus zeitlichen Gründen war das selten machbar. Aber ich war positiv überrascht und wollte das auch zum Anlass nehmen mit der Band ein Interview zu führen. Völlig unkompliziert und auch zügig ging das via E-Mail vonstatten.

© Max Threlfall Photo - Montreal
© Max Threlfall Photo – Montreal

Hallo und herzlich willkommen zum Interview. Wie geht es dir?

Moin! Alles bestens, Danke – hoffe, bei Dir auch!

Ein paar simple Fragen zu Beginn: Mögt ihr Kanada und wieso ausgerechnet Montreal?

Klar, wie kann man Kanada schon auch nicht mögen – wir waren tatsächlich auch schonmal zu dritt da im Urlaub, sehr empfehlenswert! Beim Bandnamen kursieren diverse Varianten im Netz, zum Beispiel A: weil unser Drummer da geboren wurde oder B: wir es irgendwann mal vom Bandkonto nach Montreal schaffen wollten – Mischung aus beidem stimmt vermutlich.

Ihr habt euch in Hamburg gegründet, nehme jetzt einmal an, dass ihr da noch wohnt. Was waren die größten Unterschiede zwischen Realität und Außenwahrnehmung (mit/ohne Medien) bei dem G20-Gipfel? Gibt es dazu noch Nachwirkungen für Hamburger zu spüren?

Jein. Wir sind am Stadtrand von HH aufgewachsen und haben später lange im Zentrum gewohnt (und da auch die Band gegründet), seit 2010/2011 wohnen wir aber alle in Berlin und haben die G20 Schande somit auch nur aus den Medien mitverfolgen dürfen.

Das mit der Vase in Amsterdam war wohl eine „Glück im Unglück“-Sache. Wie seid ihr damit außerhalb der Musik umgegangen? Und wieso die Entscheidung das auf Platte zu bringen und auf unterhaltsame Art zu verarbeiten?

Am Tag selber haben wir in großer Runde das NOFX Konzert wegen dem wir in der Stadt waren und die Nacht im Anschluss umso intensiver zelebriert – die Idee, das ganze auch zu vertonen kam mir erst Monate später. 12-13 Lieder und somit Themen braucht man ja schon immer für eine Platte, da darf man so eine Perle natürlich nicht ungenutzt liegenlassen – sooo viele derart brauchbare Geschichten erleben wir ja (zum Glück) auch wieder nicht.

Ist es tatsächlich so, dass es solcher Ereignisse bedarf, um das Leben genießen zu können? Das sagt beziehungsweise hört man ja immer wieder.

Der Mensch vergisst leider sehr sehr schnell und verfällt wieder in seinen alten Trott – da sind wir auch keine Ausnahme. Im Grunde bräuchte man wohl alle 3 Tage derartige Erlebnisse, um wirklich nachhaltig bewusster zu leben.

Wie würde sich eine Aussage im Sinne von „He lücht“ bei euch und aus Sicht der Band anhören? 

Auf unserem ersten Album haben wir ein 9 Sekunden kurzes Lied, das „Hardcore“ heisst, wir haben danach lange und oft bei Konzerten erzählt, dass wir diese Musikrichtung erfunden hätten, das wurde und wird uns erschreckend oft geglaubt.

Wie einfach war es, die Künstler für 15 Jahre für die Punchline zusammen zu bekommen? Wenn man irgendwie schon mit der GEMA und anderen Institutionen zu tun hatte, Musikverlage, Label, etc. Dann stelle ich mir das, würde man dem regulären Prozedere folgen, ziemlich umständlich und mit viel Papierkram vor. Wie war es wirklich?

Das war überraschend einfach und unkompliziert, ich kenne die 6 Gäste schon ne Weile recht gut und hab ihnen einfach das Demo des Liedes und den Text mit der jeweiligen Zeile in FETT gedruckt geschickt. Binnen einer Woche haben alle uns ihre Gesangsspuren plus Chöre geschickt und wir haben die dann im Studio bei der finalen Aufnahme mit reingefriemelt. Da der Text von uns ist (somit kein GEMA Problem) und wir die Namen nicht als feat. oder so im Interpreten Titel nennen, sondern das quasi eher Undercover stattfindet musste da auch niemand sonst gefragt werden. Die 6 sind zum Glück alle auch in der Position, dass sie da keine Plattenfirma etc um Erlaubnis fragen müssen.

 

(c) Montreal - Hier und Heute nicht
(c) Montreal – Hier und Heute nicht

Neben spaßigen Songs – zumindest musikalisch – gibt es auch einiges zum Nachdenken. Beispielsweise „Der Eine und der Andere“ oder „Malaria und Heimweh“. Politik im einen, Nörgeleien im anderen Stück. Erreicht man damit Menschen und reicht das zum Nachdenken?

Klar werden das wohl ein paar Leute hören und man erreicht sie somit dann auch – ob, wie intensiv und am Ende ertragreich sie das dann zum Nachdenken bringt, ist immer schwer zu sagen. Dümmer wird aber von der Auseinandersetzung mit Texten/Liedern welcher Art auch immer wohl aber keiner.

Wird es wieder eine Sitzenbleiber-Tour geben und wie sollte diese aussehen?

Da ist bislang nichts geplant – wir spielen jetzt erstmal unsere eigenen Konzerte und die Terrorgruppe macht langen (nötigen) Schönheitsschlaf – wenn es danach irgendwann mal wieder passt, hüpfen wir gern wieder in einen Bus mit dieser illusteren Reisegruppe.

Danke für das Interview. Die letzten Worte gehören euch.

Ich hab zu danken und möchte einen der größten Denker und Geister Schleswig-Holsteins zu Wor kommen lassen:
„Wir trampeln durchs Getreide, wir trampeln durch die Saat – Hurra, wir verblöden, für uns bezahlt der Staat“ *Brösel

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Tourdaten:

25.10.19 Wiesbaden – Schlachthof
26.10.19 Stuttgart – Club Cann
08.11.19 Hannover – Capitol
09.11.19 Bremen – Schlachthof
22.11.19 Leipzig – Conne Island
23.11.19 Nürnberg – Z-Bau
20.12.19 Berlin – Festsaal Xberg
21.12.19 Hamburg – Markthalle
22.12.19 Hamburg – Markthalle
27.12.19 Papenburg – Alter Güterbhf
28.12.19 Wiesbaden – Schlachthof
29.12.19 Magdeburg – Factory
10.01.20 Osnabrück – Lagerhalle
11.01.20 Düsseldorf – Zakk
26.03.20 Rostock – Peter Weiss Haus
04.04.20 Osnabrück – Rosenhof
24.04.20 München – Backstage
25.04.20 Köln – Live Music Hall

Tickets: https://Montreal.lnk.to/TicketsShopPR

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