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Haszcara im Short & Sweet-Interview

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(c) Nora Lüders - Haszcara
(c) Nora Lüders – Haszcara

Mit Haszcara gibt es hier ein via E-Mail geführtes Short & Sweet-Interview. Wir haben über lustige Ereignisse bei Gigs gesprochen, natürlich auch Musik, dem aktuellen Release und Zukunftsmusik. Aber natürlich auch über einige andere Themen.

1. Das lustigste was bei einem Auftritt mal passiert ist?

… sind immer wieder Typen, die mir verbal oder per Handzeichen versuchen zu vermitteln, dass ich aufhören soll, zu rappen. Das Beste war, als ein Typ in der ersten Reihe stand und sich permanent mit dem Rücken zu mir gedreht hat und mir irgendwelche Sachen zugerufen hat. Ich habe dann ins Mikro gesagt, dass er auf die Bühne kommen und es besser machen soll. Er wollte daraufhin über die Absperrung klettern und hat sich dabei ziemlich mies aufs Maul gelegt.

2. Welche drei Alben haben Dich zur Musik gebracht und wieso?

Das kann man so nicht sagen. Ich habe eine gute musikalische Erziehung genossen und bin u.a. mit Alben von den Beatles, Pink Floyd, Radiohead und Michael Jackson aufgewachsen. In meiner Jugend hab ich dann viel Metal gehört. Vermutlich hat mich das alles geprägt. Ich finde es immer gut, wenn man sich nicht auf ein Genre beschränkt.

3. Gab es schon einmal Probleme mit der Polizei und wenn ja weswegen?

Ja. Aber das sollte man nicht ins Internet schreiben. 😉

4. An folgendem Ort möchte ich unbedingt noch hin und zwar weil…

Es gibt viele Orte, die ich gerne mal sehen würde. New York steht da ganz oben auf der Liste, weil es eine große Bedeutung für die Geschichte der Hip Hop Kultur hat. Ich würde generell gerne mal eine längere Zeit in den USA verbringen, weil ich dort Familie habe.

5. Das unwürdigste Projekt zu dem sich jemals Leute zusammengetan haben war deiner Meinung nach?

Alle Projekte, die dazu dienen, Menschen herabzuwürdigen oder sich schlecht fühlen zu lassen. Also zum Beispiel allerlei Werbung für Beauty-Produkte, die dir suggerieren, du wärst nicht perfekt und müsstest was dagegen tun (indem du was kaufst). Oder aber auch Organisationen, die meinen Trans*identität und Homosexualität seien Krankheiten und Abtreibung eine Sünde.

6. Was war Dein Lieblingslied, als Du klein warst?

Bohemian Rapsody von Queen

7. Was für eine Art Mensch bist Du? Wie würdest Du Dich beschreiben?

Ich bin aufrichtig. Es liegt mir am Herzen, authentische Verbindungen in meinem Leben aufzubauen. Dazu gehört auch, direkt zu sein und gut miteinander zu kommunizieren, auch wenn es manchmal Überwindung kostet.

8. Der beste Rat den ich geben kann ist …

Sich Zeit und Raum für sein Bauchgefühl nehmen und keinen Fick auf Leute geben, die einen nicht wertschätzen.

9. Bitte erzähle uns etwas über Dich und Deinen Werdegang, wofür steht Haszcara und dem aktuellen Release von Dir.

Ich habe mir 2015 den Namen Haszcara gegeben, um bei einem online Battle-Turnier teilzunehmen. Ich bin zwar nicht so weit gekommen, aber irgendwie wurden dadurch viele Leute auf mich aufmerksam. Daraufhin habe ich mehr und mehr Anfragen für Auftritte bekommen. Auf einmal war ich jedes Wochenende unterwegs und hab total viele Leute kennengelernt. Ich hab auch Support von anderen Künstlern bekommen, wie Sookee und Kobito. Am Anfang fand ich es total komisch, wenn mich jemand Haszcara genannt hat und konnte mich nicht so richtig mit meinem Namen identifizieren. Heute ist das anders – ich bestehe sogar darauf, in der Öffentlichkeit nicht bei meinem bürgerlichen – , sondern bei meinem Künstlernamen genannt zu werden.
Haszcara steht für den Mut, die freundliche Maske abzulegen und auch mal „Hass“ zu fühlen, selbst wenn dies auf den ersten Blick nicht der leichteste Weg ist. Das „Hass“ in Haszcara ist die Gegenbewegung zum „Sonnenschein“, den ich lange gespielt habe. Ich denke, vor allem Frauen fällt es schwer, auch mal „Nein“ zu sagen und dabei nicht zu lächeln. In der weiblichen Sozialisation wird einem beigebracht, dass man lieb und höflich sein und sich um andere kümmern soll. Ist man das nicht, gilt man als „hysterisch“ und „zickig“. Wenn man ständig alles mit sich selber ausmacht und nach außen hin keine Wut oder Ablehnung zeigt, macht einen das aber krank. Das ist emotionale Arbeit. Ich möchte Mut geben, sich selber treu zu bleiben und ein harmonisches Miteinander nicht auf Kosten eines unterdrückten Gefühls zu bewahren (denn harmonisch ist es dann nur auf der Oberfläche). Ich habe das lange nicht gewusst und musste mir dieses Mindset erst erarbeiten. Den Weg dorthin verarbeite ich in meinem aktuellen Release, „Polaris“. Es ist mein Debutalbum und am 14.09 bei Audiolith erschienen. Darin geht es um Selbstreflektion und den Prozess, zu verstehen was gut für einen ist und was nicht. Es erzählt die Geschichte zwischen Pubertät und Erwachsenwerden, Genuss und Kontrollverlust, emanzipatorischen Ansprüchen und Realität. Ich habe es außerdem komplett selbst produziert.

10. Wie sehen Deine Zukunftspläne aus?

Gerade trete ich fast jedes Wochenende auf und gebe viele Interviews. Nebenbei arbeite ich an meinen nächsten Projekten – heißt: Texte schreiben, Beats produzieren, sich überlegen, wie alles zusammenpasst. Nächstes Jahr will ich meine Ideen realisieren und ins Studio gehen. Mein größter Plan ist aber eigentlich, mir Zeit fürs Seele baumeln lassen zu nehmen. Das vergisst man nämlich ganz schnell.

Werbelinks:
* Polaris - -



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