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Crematory im Interview

(c) Crematory
(c) Crematory

Mit dem Drummer Markus Jüllich der Metal-Band Crematory konnte ich kürzlich ein Interview via E-Mail machen. Wir haben neben dem aktuellen Album Oblivion auch – natürlich! – über das berühmt-berüchtigte Statement gesprochen. Die weiteren Infos überlasse ich Markus Jüllich, denn er fand klare Worte und interessante Antworten.

Hallo Markus. Vielen Dank für Deine Zeit für das Interview. Wie geht es Dir nach dem letzten Album Oblivion?

Soweit ganz gut. Wir haben mit Oblivion wieder einmal ein geiles Album veröffentlicht auf das ich sehr stolz bin.

Wenn ich mich recht erinnere, hattest Du vor einer Tour von Crematory auf Facebook ein Statement über Streams, Ticketverkäufe, … etc. gepostet. Das hat damals schon hohe Welle geschlagen und nicht jedem hat das gefallen. Wie siehst Du den Text von damals mit einigem zeitlichen Abstand?

Ist mir scheißegal ob das Jemanden gefällt oder nicht, ist aber leider die Tatsache bei der mich zahlreiche Bands angeschrieben und unterstützt haben, die sich das aber niemals selbst getraut hätten zu veröffentlichen. Ich habe Recht mit dem was ich geschrieben habe und leider wird das Ganze immer noch schlimmer anstatt besser wie ja mittlerweile auch andere Band monieren.

Hat sich an Verkäufen etwas durch den Text geändert? Merklich für dich beziehungsweise der Band? Hat das vielleicht auch eine Verhandlungsbasis bei Streaming-Portalen eröffnet? Ganz allgemein: Was wäre Dein Resümee? Lohnenswert, mehr Ärger als Nutzen oder …?

Würde ich jederzeit genau so wieder machen. Ärgerlich war das überhaupt nicht sondern eher amüsant und hat ja auch was gebracht, denn die richtigen Fans haben verstanden und die Verkäufe sind angestiegen, was uns ja jetzt auch letztendlich den geilen neuen Deal mit Napalm Records für das nächste Album bescherte.

Denkst Du die Reaktionen geben Dir / der Band eher recht als unrecht? Wie begründest Du die Reaktionen, die Dir nicht zugestimmt haben?

Andersdenkende gibt es immer und es werden nie alle Menschen die gleiche Meinung haben. Deshalb machen wir am Besten einen Meinungsaustausch in dem die Leute mit ihrer Meinung kommen und mit meiner Meinung gehen!

Zum Album: Oblivion bedeutet übersetzt das Vergessen, die Vergessenheit. Beleuchtet das Album verschiedene Formen davon? Kann man das auch so verstehen, dass man darauf achten sollte, was in Vergessenheit gerät?

Genau, denn man sollte sich auf das wesentliche konzentrieren und sich immer selbst treu bleiben. Eigene Wege gehen und sich nicht beirren lassen. Einfach sein Ding durchziehen an glauben an das was man tut.

Du hast in einem Interview mal erzählt, dass die Abteilung des Unternehmens, wo Du angestellt bist, Dich angerufen hat wegen Beschwerdebriefe. Waren das welche, die Kunden waren und Dir nun etwas unterstellt haben oder solche, die Arbeit nicht von Musik trennen konnten?

Weiß ich bis Heute nicht da aus datenschutztechnischen Gründen mir die Namen nicht genannt wurden, aber eines kann ich Dir sagen, dass man sich Neid hart erarbeiten muss. Alle die Pisser, die sonst nix Besseres zu tun haben können mich mal fett am Arsch lecken.

Für Oblivion hattet ihr 4 Produzenten im Team. War das geplant oder entwickelte sich das erst später mit der Einsicht, dass den Songs ein anderes, das jetzige, Gewandt stehen würde?

Das war von vorneherein so geplant, denn jeder der Produzenten hatte einen separaten Job. Der eine war für die melodiösen, der andere für die harten und ein weiterer wieder für die orchestralen Sachen zuständig und dann noch einer der mit mir Alles zusammenfügte und arrangierte. Viele verschiedene Ideen resultieren dann eine abwechslungsreiche Platte.

(c) SPV Steamhammer - Crematory - Oblivion
(c) SPV Steamhammer – Crematory – Oblivion

Hat sich mit dem Gutschein als Beilage was geändert für euch als Band? Auch bezogen auf Verkäufe, Reaktionen, …? Wird das die Lösung für euch, gegebenenfalls für jede Band sein, die mindestens +/- Null rauskommen will am Ende?

Ja damit hatte ich eine gute Idee, die auch zahlreich von genutzt wurde und die Leute die CD´s oder LP´s kaufen sollen ja auch belohnt werden, denn Streams und Downloads braucht kein Mensch!

Ihr habt gerade auch bei Napalm Records unterschrieben. Wie kam es zu dieser Entscheidung? Was hat euch bei der Wahl beeinflusst?

Napalm Records gehören neben Nuclear Blast zu den größten Metallabels der Welt und machen seit Jahren einen hervorragenden Job für ihre Bands. Napalm Records hat ein junges und erfolgreiches Kreativteam, welches den Staub nach 28 Jahren CREMATORY wegbläst und frisch an die Sache rangeht, was sie ja z.B. auch mit Oomph geschafft haben.

Oblivion ist letztes Jahr erschienen, davor gab es zwei Jahre Pause (Monument, 2016) zwischen dem vorletzten Album. Den Gedanken weiter gesponnen müsste 2020 wieder etwas erscheinen. Ist dem so? Was können eure Fans erwarten?

Ja genau so ist es. Ende Februar kommt das neue Studioalbum und ab Ende April die Deutschlandtour dazu. Im Herbst machen wir dann die Auslandtour zum Album. Wir sind gerade im Studio und arbeiten an neuen Songs, deshalb kann ich momentan noch nicht so viel dazu sagen, außer dass wo CREMATORY draufsteht auch CREMATORY drin ist. Unser neuer Gitarrist Connie bringt frischen Wind in die Songs, denn er ist ein hervorragender Gitarrist und geiler cleaner Sänger.

Nochmals ein wenig zum Statement: Woher nimmst Du / die Band noch die Lust, den Elan, dazu alles aufzuziehen, an Songs zu arbeiten, … wenn das Risiko besteht, das wieder 1,5 Millionen Streams reinkommen aber nur ein geringfügiger Anteil an Verkäufen?

Weil wir einfach Bock haben Musik zu schreiben und diese auch live präsentieren. Wir spielen immer noch europaweit regelmäßig die fetten Festivals und geile Clubshows. Wir haben noch so viel kreatives in uns schlummern was noch in den nächsten Jahren raus muss. Wir werden das so lange machen wie wir Freude an der Musik haben und uns die Leute noch sehen wollen.

Danke fürs Interview.

Ebenfalls – Markus/CREMATORY

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