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Neun Alternativen zu Whatsapp

Creative Commons - Whatsapp mit Werbung
Creative Commons – Whatsapp mit Werbung

Ende letzten Jahres – und wahrscheinlich auch schon öfter – gingen bei Whatsapp kurzzeitig die Lichter aus. Das ist blöd, wenn man gerade ein Date hat, sich verabreden möchte, eine Reise plant, man gerade im Stau hängt und den anderen Mitreisenden Bescheid sagen möchte. Oder, ein Notfall in der Familie, den man im Gruppenchat – warum auch immer, praktische Gründe? – mitteilen möchte. Alles ist nervenaufreibender wenn die Kommunikations-Tool der Wahl ausfällt – und auch keine Klarheit besteht, wann es weiter geht. Die Sicherheitsmängel generell und die geplante Werbe-Offensive, damit endlich Geld fließt – und zwar in den Whatsapp-Pott und nicht nur raus, sind weitere Gründe warum Alternativen immer notwendiger werden. Wir haben hier einige aufgelistet, die Anzahl variiert, weil wir ergänzen werden, falls notwendig.

Threema

An der Spitze der Download-Charts steht Threema. Der Sitz liegt in der Schweiz, bietet von Haus aus eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, verlangt weder Telefonnummer noch E-Mail-Adresse bei der Anmeldung und es kommen noch einige eigene Ideen hinzu, um sich von der Konkurrenz abzusetzen. Einziges Manko: Die App kostet etwas (2,99€). Die genaueren technischen Details erspare ich euch, es klingt jedenfalls gut und selbst die Gruppenchats (für bis zu 100 Teilnehmer) werden verschlüsselt. Und zwar für jeden Nutzer innerhalb des Chats einzeln. Wird dann auch einzeln zugestellt. Es gibt keinen Status, man kann die „Gelesen“-Funktion der Nachrichten aktivieren oder deaktivieren. Allerdings gibt es diese nicht im Gruppenchat. Die Daten sind nur lokal auf dem eigenen Gerät gespeichert, ein Backup wird daher auch von Herstellerseite empfohlen, und nicht auf dem Server. Profilbilder gibt es seit Mai 2017. Seit September 2017 sind auch Anrufe möglich, die natürlich ebenfalls (geschickt) verschlüsselt sind.

Signal

Mit dem Signal-Client schreibt Edward Snowden seine Nachrichten und dieser ist kostenlos. Diese App brüstet sich mit guter Datensicherheit, bietet aber nicht viel mehr. Die App ist Open Source und für versierte Personen ist der Code daher nachprüfbar. Verstecken des eigenen Standortes ist nicht möglich, es gibt außerdem keine Sprachnachrichten. Gruppenchats sind möglich und werden verschlüsselt. Ebenso sind Textnachrichten, Dokumente, Fotos, Videos und Kontaktinformationen gesichert.

Der Serverstandort ist unbekannt und das Unternehmen sitzt in den USA. Zur Einhaltung der EU-Datenschutz-Grundverordnung ist das interessant und problematisch zugleich. Die Telefonnummern des Adressbuches werden an den Server übermittelt und mit dem National Security Letter können darauf Geheimdienste einen Zugriff erwirken.

Telegram

Diese App ist erneut Open Source und setzt einen großen Fokus auf den Datenschutz sowie die Sicherheit der Nutzer. Außerdem kann man Sticker versenden und Bots, kleine Helfer, die von der Community entwickelt werden, und die App um nützliche Funktionen erweitern. Darunter zum Beispiel das Setzen einer Erinnerung oder Umfragen in Gruppenchats. Außerdem kann man innerhalb der App damit auch Spiele spielen.

Als Nutzer kann man einen eigenen Kanal erstellen. Ebenfalls interessant.

Der Nachrichtenversand hat zwei Modi. Im normalen Modus werden die Nachrichten dauerhaft und lesbar auf den Server des Betreibers gespeichert. Wer also Zugriff erlangt, kann diese im Klartext lesen – Klartext: so wie man den Text als Nutzer sehen würde. Also, nicht gesichert und / oder unverschlüsselt. Dies kritisierte auch schon Edward Snowden und der Sicherheitsexperte und Mitentwickler des Signal-Protokolls Moxie Marlinspike. Bei den optional zu aktivierenden „geheimen Chats“ gibt es eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Dann werden die Nachrichten nur beim Sender und Empfänger lokal gespeichert. Funktioniert allerdings nicht in Gruppen oder Channels.

Genutzt wird das selbst entwickelte MTProto-Protokoll. Die Sicherheit für ebenjenes sowie die Vermarktung als „sicherer Messenger“ wurden von Experten mehrfach kritisiert.

Wire

Der Messenger Wire läuft sowohl auf Smartphones, Tablets als auch auf Computern. Es gibt einen verschlüsselten Austausch von Texten, Fotos und Videos. Es sind zudem Einzel- als auch Gruppenanrufe via Voice over IP möglich.

Die besonderen Funktionen sind unter anderem das einfache teilen von Bild- und Inhalten aus Portalen wie Soundcloud, Spotify und Youtube. Die Herstellen werden damit, das keine Nutzerdaten gesammelt werden.

Der komplette Quellcode ist offengelegt worden. Wire ist kostenlos (für den privaten Gebrauch) nutzbar und für iOS, Android, Windows und Mac OS X erhältlich.

Natürlich gibt es noch mehr Messenger Möglichkeiten. Die offensichtlichen habe ich allerdings raus gelassen. Also noch offenkundiger als Threema, Signal und Co wären sicher Facebook Messenger. Aber gleichzeitig könnte man das auch bei Whatsapp bleiben. Ein Unternehmen, die Datensicherheit auf dem gleichen oder einem ähnlichen Niveau etc. Aber wir suchen ja nach einer besser Lösung, die möglichst genau so viele Features wie Whatsapp bietet.

Nachfolgend weitere Messenger auf die ich aufmerksam geworden bin.

Line

Der Messenger besitzt eine Ende-zu-Ende-Verschlüssung seit Juli 2016 und ist im November 2018 eine Kooperation mit WeChat Pay eingegangen. Gesteigerter Bekanntheitsgrad kam nach dem Tōhoku-Erdbeben 2011 als das japanische Telefonnetz nicht funktionierend. Das Mutterunternehmen sitzt in Korea und heißt Naver Corporation.

Der Messenger ist allerdings für seine Zensur in China bekannt. Sollte man die App dort zum ersten Mal installieren wird eine Zensurliste mit heruntergeladen. Diese blockiert ausgehende Nachrichten sobald eines dieser Wörter enthalten ist. Version 21 dieser Liste enthält beispielsweise 370 Wörter. Ist aber kein Einzelfall, da Unternehmen Sanktionen seitens der chinesischen Regierung befürchten müssen.

Stiftung Warentest bewertete die app im Februar 2014 noch als „sehr kritisch“ (Quelle), im August 2015 war es schon „befriedigend“ in Bezug auf dem Umgang mit den persönlichen Daten (Quelle).

Viber

Der Dienst wurde einst von vier isrealischen Entwicklern gegründet, wurde aber im Frühjahr 2014 vom japanischen Unternehmen Rakuten übernommen. Die Nutzung und Kommunikation mit Viber-Nutzern ist kostenfrei. Ausgehende Anrufe sind allerdings kostenpflichtig – pre-paid-credit. Auf der Website können die Kosten eingesehen werden.

Viber steht schon länger in der Kritik wegen des schlechten Datenschutzes und sammelt Daten, die weit über dem hinausgehen, was zum Beispiel Skype sammelt. Auch von Nicht-Nutzern. Das geschieht bei den betroffenen Personen ohne Zustimmung und verstößt damit gegen das EU-Datenschutzrecht. Wohin die Daten gehen ist auch unklar. (https://de.wikipedia.org/wiki/Viber)

Hoccer

Die deutsche App kommt mit standardmäßiger Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Chats und Gruppenchats. Verschlüsselt die lokalen Backups, speichert keine Metadaten, es ist kein Zugriff auf das Adressbucherforderlich, keine Telefonnummer notwendig und kostenlos. Allerdings ist die App nicht Open Source, bietet weder Internettelefonie noch eine Desktop-Version.

Hike

Das ist eine weitere App für Instant Messaging und beinhaltet die Möglichkeiten Foto-, Video- und Audiodateien sowie eine Sprachnachricht auszutauschen. Außerdem die Möglichkeit den eigenen Standort mitzuteilen. Seit 2012 lässt sich hike (Eigenschreibweise) durch den offiziellen Vertriebskanal der jeweiligen Plattform kostenlos herunterladen. Seit Januar 2013 verschlüsselt die App seine Nachrichten im WLAN mit einer 128-bit-SSL-Verschlüsselung.

Es soll einen „Versteck-Modus“ geben der es möglich machen soll einzelne sowie Gruppen-Chats mit weiterer Privatspähre auszustatten. Es gibt auch einen sprechenden Bot namens Natasha. Außerdem verschickt die App täglich Zitate und Fakten an alle Nutzer.

Weitere Anregungen und Informationen gibt es bei der Verbraucherzentrale.

XMPP – Die wahrscheinlich einzige Alternative zu Whatsapp

Zum Anschluss – das beste zum Schluss – die wahrscheinlich einzige Alternative zu Whatsapp und auch zu all den schon genannten Apps. Warum? Weil XMPP keine Werbung beinhaltet, die Daten nicht weitergibt, die Sicherheit gibt, die andere nur bedingt einhalten können – und wenn dann gibt es auf anderer Seite Kompromisse zu machen, eine Verschlüsselung, es ist Open Source und ihr könnt hier davon lesen.

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