Nightwish - Decades
Musik

Nightwish – Decades

Nightwish - Decades
Nightwish – Decades

Tuomas Holopainen, eines der Gründungsmitglieder der Band Nightwish, deren Compilation Decades in meinem Player rotiert, sagt: „Zwischen dem Demowerk und dem aktuellen Album liegen Welten, aber dann wieder auch nicht, wenn man die Atmosphäre, Leidenschaft und vor allem die Mentalität der Band betrachtet, die immer da war – und sich auch in 20 Jahren nicht verändert hat.“ Apropos Demo: Nur der namensgebende Song Nightwish ist als Demo auf dieser Ansammlung verschiedener Stücke aus unterschiedlichen Zeiten vorhanden.

Die Symphonic Metal Band aus Finnland, wenn man vom Gründungsland ausgeht, vorzustellen ist wahrscheinlich überflüssig. Die Stücke auf Decades sind remastered worden und beinhalten sowohl Tracks aus der Zeit mit Tarja Turunen (Track 8 & 9 auf der 1. CD, sowie die Stücke 1-13 auf der 2. CD), Annette Olzon (Songs 4-7 auf der 1. CD) und Floor Jansen (Track 1-3 auf der 1. CD). Diese Compilation ist übrigens die siebte in der Laufbahn von Nightwish. Und das seit dem Jahr 2000.

Aber nach über 20 Jahren kann man durchaus mal auf diese Art und Weise die Zeit von Nightwish Revue passieren lassen. Denn die Reise ist ja auch noch nicht zu Ende. Und ein Überblick über die Schaffensphasen kann auch leicht Neugierde wecken bei neuen Fans oder alte animieren, sich die älteren Platten mal wieder anzuhören. Wishmaster zum Beispiel. Großartiges und mein bisheriges Lieblingsalbum.

Decades enthält außerdem keine Bonusstücke oder unveröffentlichten Stücke: „aus dem einfachen Grund, da wir keine haben”, berichtet Bandleader Tuomas Holopainen. „Auch wurden wir gefragt, ob es nicht Sinn machen würde, die älteren Stücke mit Floor und Troy neu aufzunehmen, aber die Antwort lautet klar: ‚Nein‘. Die Songs sind, was sie sind. Sie sind in ihrer Unvollkommenheit absolut vollkommen und reflektieren die Ära, in der sich die Band zu dem jeweiligen Zeitpunkt befunden hat. Ich würde es als Sakrileg empfinden, die Tracks im Nachhinein noch zu verändern“, konstatiert der finnische Musiker.

Es gibt auch eine umgekehrte chronologische Reihenfolge, das jüngste Stück The Greatest Show On Earth zuerst, das Demo zuletzt. Nightwish, die Demo ist hier gemeint, zaubert Tuomas immer noch ein Grinsen ins Gesicht. „Und dabei handelt es sich keineswegs um ein verschämtes Grinsen”, wie er verschmitzt preisgibt; vielmehr ist es das Erstaunen darüber, womit die Reise einst für die Soundschmiede losging. „Es hat sich wahnsinnig viel verändert in den letzten 20 Jahren – aber andere Dinge haben sich überhaupt nicht verändert, wie beispielsweise der eigentliche Grund, warum wir Nightwish ins Leben gerufen haben und warum wir immer noch dabei sind. Jedoch die Art und Weise wie wir Musik erleben und hören, hat sich enorm gewandelt. Der gewaltigste Unterschied lässt sich in den Geschichten festmachen, die wir erzählen wollen.“

Eine Zeitreise scheint es für Tuomas Holopainen gewesen zu sein: „Erst letzte Woche arbeitete ich mit Emppu an den alten Songs, die wir bei unserer Welttournee auch auf die Bühne bringen werden. Als wir die Stücke immer und immer wieder probten, uns die Lyrics in Ruhe anhörten und alles, was dazu gehört, war das schon ein aufregendes Gefühl – ich konnte nicht aufhören zu lächeln. Wir würden solche Lieder heute nicht mehr schreiben, aber damals repräsentierten sie uns; das waren wir und das war, was wir machen wollten. Dieses Gefühl ist ergreifend und ich denke, wir können sehr stolz darauf sein, denn wir dürfen niemals vergessen, dass eines der wundervollsten Dinge, die unser Planet hervorgebracht hat, das Wunder der Evolution ist“, sinniert der Songwriter, „und dieses lässt sich ebenfalls musikalisch bei Nightwish festhalten: Zwischen dem Demowerk und dem aktuellen Album liegen Welten, aber dann wieder auch nicht, wenn man die Atmosphäre, Leidenschaft und vor allem die Mentalität der Band betrachtet, die immer da war – und sich auch in 20 Jahren nicht verändert hat.“

Grund für die gelungenen Alben ist laut Tuomas: „Der Schlüssel ist, sich selbst nicht unter Druck zu setzen, um noch größer und epischer als beim letzten Werk sein zu wollen“, resümiert der charismatische Komponist. „Man sollte neue Wege finden, um neue Geschichten zu erzählen, damit es für dich selbst und die Band spannend wie am ersten Tag bleibt. Das ist unser Ziel für jedes Album – und wird es auch immer bleiben!“

Selbst bei Decades merkt man es der Best-Of an, dass daran mit den richtigen Gedanken im Hinterkopf rangegangen wurde. So gibt es eine interessant umgesetzte Compilation, die es sich zu hören lohnt und sicherlich Erinnerungen wecken wird.

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Nightwish - Decades
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