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Human Parasit Fanzine Nr. 17

Einige Rezensionen über das Human Parasit Fanzine konnte ich schon lesen. Irgendwann dachte ich: Versuche ich auch mal mein Glück. Jetzt liegt die aktuelle Ausgabe Human Parasit Fanzine Nr. 17 vor mir. Also, so schräg rechts auf einem Stapel, nicht direkt vor mir. Doch, jetzt aber. Fast. Egal. White Dog Suicide, Trashgeflüster und Pisscharge sind Bands, die hier vorkommen (und auf dem Cover stehen), mir aber rein gar nichts sagen. Und es prankt ein „Ihr Kinderlein kommet“ auf dem blauen Cover.

© Human Parasit Fanzine Nr. 17
© Human Parasit Fanzine Nr. 17

Aus gut unterrichteten Kreisen (namentlich: Plastic Bomb), weiß ich, es handelt sich bei „Ihr Kinderlein kommet“ um eine Ankündigung eines realen Ereignisses (namentlich Schwangerschaft inklusive Geburt) im Punkerhaushalt. Überraschung: Impressum, Inhaltsverzeichnis und eine Ankreuzmöglichkeit, warum man das erhalten hat. Bei mir steht nichts. (trauriger aber zwinkernder Smiley) Aber witzig gestaltet, das ganze. Das Layout fällt im positiven auf. Mag ich. Die Punkrock Nachrichten sind nicht zwingend ernstzunehmen und treffen nicht mein Humor. Ich werde daraus auch nicht schlau, was ich ernst nehmen kann – welcher Teil davon – und was nicht. Oder generell nichts. Für mich schwer zu erkennen, da mit Elementen gespielt wird an denen ich nicht beteiligt bin – nicht mehr. Und falls Humor und Ernst involviert sind, kann ich es daher und aus ein, zwei, (…) anderen Gründen nicht erkennen. Für mich zu überspringen.

Außerdem merke ich: Ich war doch erst kürzlich noch auf Seite 31 beim Lesen des Ereignisberichts (namentlich: Black Cat Party) und jetzt schon weitere 60 Seiten weiter. Okay, das ist gelogen. Ich habe das nächste Fanzine schon durch (Noise Raid #1) und ein weiteres angefangen (Kapeiken Post). Was wiederum für das Human Parasit spricht. Apropos: Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich umgewöhnt habe. Human Parasit in Deutsch auszusprechen. Ich habe das ganze Zeit Englisch im Kopf gehabt und dachte mir nur: Bei Parasit fehlt doch ein e. Fällt dem das nicht auf? So lange? Darf ich das auf mein Alter schieben? Danke.

 

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Boykottone und Nofnog in der Rubrik Scheisse im CD-Schlitz irritieren mich. Wieso sind die beiden Bands dort? Unter Musikscheiss wird ebenfalls Kritik verteilt und hätte die eher dort verortet. Ah, wieder so ein Aha-Moment. Also, nicht die mit Take on me (wobei es wäre dann ja auch a-ha), sondern eine Art Erleuchtung. Die Betonung liegt auf „im Schlitz“ nicht auf „Scheisse“. Es handelt sich also um die CD-Rubrik, Musikscheisse ist Tape und Vinyl only. Ahhh. Ding Ding Ding. Sie haben 100 Gummipunkte. Maximal. Vielleicht.

Aber damit ihr ein wenig mehr übers Heft erfahrt, hier doch ein bisschen Inhalt „runtergeschrieben“: 10. Kapitel zur Schwangerschaft übers Heft verteilt, Konzertbericht zu Knarre, Beitrag zu Hambacher Forst, Trashgeflüster im Interview, Body Count Bericht, Swiss & die Andern Bericht, 10 schlimmste Platten… Außerdem eine Unterredung zum Thema Rezensionen. Ein ärgerliches Thema für mich: Ich bespreche ja auch und das schon Ewigkeiten, kann beide Seiten nachvollziehen und finde es generell richtig gut, wenn die Texte beiliegen. Optimum: Bei fremdsprachigen Texten eine Art Liner Notes / Track By Track (letztgenannte veröffentliche ich hier bei mir mehr oder weniger regelmäßig); gerne auch immer. Ich kann nachvollziehen, dass Künstler sagen, mir zu persönlich, interpretiere deins rein und gut ist. Die sind auch gespannt. Aber der Austausch würde ja auch – zumindest bei mir – stattfinden können, wenn ich die richtige Bedeutung wüsste. Meine Interpretation relativiert sich ja nicht oder löst sich auf, wenn ich es weiß. Das finde ich auch bei Interviews nur bedingt interessant. Das lässt beim Leser dann auch oft den Eindruck einer „Standardantwort“ entstehen. Weil alles ähnlich klingt: „Du, am liebsten haben wir es, wenn jeder das liest, interpretiert, was der Hörer möchte.“ Zumindest bis zur ersten, gravierenden Fehlinterpretation findet man die Antwort dann noch „nice“. Und gerade bei größeren Bands wirds gang und gäbe, nur noch Links zu bekommen. Nicht nur Vorab, sondern gar nichts anderes mehr. Daher gibt es auch keine Review zum aktuellen Korn-Album hier (bei mir). Keine Ahnung, wer das cool findet. Aber wenn genügend Leute mit machen beziehungsweise die sich denken, ich bekomme, weil ich die Band per Telefon, real oder Webcam interviewe eine richtige CD statt Download, dann beißt man auch nicht in die Hand, die einen füttert. Ist ja nicht so als wäre Musik-Journalismus ein sicheres Pflaster. An die anderen wird dabei dann eher nicht gedacht. Das passiert immer häufiger, Napalm Records machen das beispielsweise nur noch (daher auch keine Oomph!-Review hier bei mir; viele andere leider auch nicht). Klar, kann ich das dann bei Streaming-Anbietern auf freiwilliger Basis nachholen. Aber, dann fühlen sich die Leute nicht gestört und denken, das wäre in Ordnung und immer mehr springen darauf auf. Nee, nee.

Ich habe mich in Rage geschrieben. Weiter mit Inhalt nach dem kurzen Ausflug. Karl Nagels Buch Schlund wird vorgestellt, White Dog Suicide und Maniac Attack Records sind im Interview. Nenne ich im einen Satz, weil es zusammengehört. Band beim Label „unter Vertrag“, wenn es das in der Punkszene so überhaupt gibt. Mika von Alleiner Threat steuert auch etwas bei, gerade erst sein Heft durchgelesen und besprochen. Nice. So, liest man sich wieder. Tod im Freibad. Ich hatte sofort WIZO im Sinn, prompt lese ich das auch im Text. Ich mag die auch nicht. Die Freibäder. WIZO gehen klar, für mich. Notgemeinschaft Peter Pan wird der Text Tötet Peter Pan gewidmet. Danach folgt mit Brandenburg muss brennen eine Buch-Rezension. Danach Pisscharge im Interview. Punk in Hannover, Meyer77, ein Einblick in das Leben auf dem Bauernhof. Game of Fanzines und einiges mehr. Zahlreiche Fanzine-Reviews. Apropos: ich glaube, das wird hier mit Abstand die ausführlichste Review.

Was sofort auffällt: der Umfang des Fanzines. Respekt. Aber über Monate kommt da sicherlich was zusammen. Geschuldet auch den ausführlichen Reviews. Velen Artikeln, längeren Interviews und und und. Es ist echt eine Menge. Gut investierte 2,50€. Ich finde mich im Humor nicht immer wieder, aber das muss ich auch nicht. Ich mag auch nicht, und das ist kein Einzelfall (im Sinne von: dass passiert auch woanders und ist eventuell auch legitim), dieses spezielle „runterputzen“ bestimmter Künstler und / oder Fanziner. Vielleicht ist das so üblich, kannte ich so nicht. Hab ich nur im Pott mal erlebt und fands von allen Seiten irgendwie … nicht so geil. Wahrscheinlich wie mit dem Humor: muss mir nicht alles gefallen. Ist wie mit einem Release: es gefällt meist nicht jedes Lied. Im Fanzine, Magazin, … meist auch nicht jeder Artikel. Hier ist die Erfolgsquote aber schon hoch.

Die 4 Sterne sind eher als 4,5 zu verstehen.

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Human Parasit Fanzine Nr. 17


Einen Sampler gibt es im Übrigen auch noch. Bei Bandcamp oder durch Beteiligung am Gewinnspiel auch analog.

Ergänzend zum Paper-Fanzine gibt es noch einen Blog, dort gibt es das Fanzine auch zum Kaufen.
http://humanparasit.blogsport.eu

Fazit
Review Datum
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Human Parasit Fanzine Nr. 17
Bewertung
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Human Parasit Fanzine Nr. 17