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Verbraucherzentrale: Wechsel der Krankenversicherung birgt Nachteil(e)

Im Falle eines Wechsels der Krankenversicherung kann es zu einen oder mehreren Nachteilen kommen, dies teilte die Verbraucherzentrale mit. Sie warnt außerdem vor einer Lücke beim Anspruch auf Pflegegeld. Im Artikel dreht sich daher vieles um den Wechsel der Krankenversicherung.

Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt aktuell vor dem Wechsel von der privaten Krankenversicherung in die Familienversicherung der gesetzlichen Krankenversicherung. Man riskiert dort möglicherweise eine zweijährige Lücke bei der Pflegeversicherung. Das Bundessozialgericht hat in einem Urteil entschieden, dass erst nach zwei Jahren Vorversicherungszeit in der gesetzlichen Versicherung ein Anspruch auf Pflegegeld besteht. Es ist laut dem Verbraucherschutz ratsam, die Beiträge für die private Pflegeversicherung zunächst weiter zu zahlen (Urteil des Bundessozialgerichts vom 30. November 2017, Az. B 3 P 5/16 R).

“Mit dem Wechsel von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln Verbraucher auch automatisch von der privaten in die gesetzliche Pflegeversicherung”, erläutert Christoph Kranich von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Die private Pflegeversicherung soll also weiterhin für zwei Jahre bestehen bleiben damit in den zwei Jahren Anspruch besteht, falls ausgerechnet dann Pflege notwendig sein soll.

“Andernfalls kann es teuer werden. Wenn ausgerechnet in der zweijährigen Übergangszeit Pflege notwendig wird, müssen die Betroffenen dafür selbst aufkommen. Beim höchsten Pflegegrad 5 wäre das für die Dauer von zwei Jahren immerhin eine Summe von 50.000 Euro. Für die Weiterführung der privaten Pflegeversicherung fallen nach unseren Berechnungen im selben Zeitraum dagegen in den meisten Fällen weit weniger als 2.700 Euro an”, so Kranich.

Privat Krankenversicherte können im Alter die stark gestiegenen Beiträge für ihre Versicherung nicht mehr bezahlen. Doch ein Wechsel ist dann nicht mehr ohne Probleme möglich. “Wer allerdings mit einer gesetzlich krankenversicherten Person verheiratet ist oder mit dieser in einer eingetragenen Partnerschaft lebt, kann auf Dauer in die kostenlose Familienversicherung der gesetzlichen Kassen wechseln, wenn sein Einkommen weniger als 435 Euro pro Monat beträgt”, erklärt Kranich. Weiter heißt es in der Mitteilung der Verbraucherzentrale: „Die Lücke in der Pflegeversicherung betrifft laut Kranich ausschließlich die Versicherten, die freiwillig in die Familienversicherung ihres Ehegatten oder Partners eintreten. Nicht betroffen sind Personen, die sich gezwungenermaßen gesetzlich versichern müssen.“

“Fallstricke wie diesen gibt es zuhauf im Krankenversicherungssystem”, ärgert sich Kranich. “Es verstößt gegen jedes Gebot von Transparenz und Fairness, die Absicherung gegen Krankheit und Pflegebedarf so kompliziert auszugestalten, dass selbst Krankenkassen, Rechtsanwälte und Patientenberater diese Feinheiten nur schwerlich oder manchmal auch gar nicht kennen und verstehen.”

Außerdem gibt es auch einen Veranstaltungshinweis:
„Es gibt Entscheidungen, die haben Einfluss auf den Rest des Lebens. Die Grundsatzwahl zwischen gesetzlicher und privater Krankensicherung kann auch dazu gehören. Im Vortrag “Gesetzlich oder privat krankenversichern?” der Verbraucherzentrale Hamburg am Dienstag, den 5. Juni, erfahren Verbraucher, worauf sie in Sachen Krankenversicherung achten sollten und wie sie Fehler vermeiden können. Anmeldung erforderlich unter www.vzhh.de.“

Werbelinks:
* Krankenversicherung 2018: Zahlen, Daten, Fakten (Haufe Kompass, Band 4454) - Björn Wichert -
* Privat oder gesetzlich versichert - Michael Sieker -
* SGB V - Gesetzliche Krankenversicherung: Textausgabe mit praxisorientierter Einführung; Walhalla Rechtshilfen - Horst Marburger -