(c) Florian Berger - Auf dem Bild: Monsters of Liedermaching
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Monsters Of Liedermaching – Für Alle Track-By-Track-Special

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(c) Florian Berger - Auf dem Bild: Monsters of Liedermaching
(c) Florian Berger – Auf dem Bild: Monsters of Liedermaching

Die Band Monsters of Liedermaching hat für ihr neues Album, ihr erstes Studioalbum, mit dem Titel Für Alle (unsere News zum Album ist an dieser Stelle zu finden) ein sogenanntes exklusives Track-By-Track-Special geschrieben. Die Band erklärt also in ihren eigenen Worten, was es mit dem jeweiligen Song auf sich hat. Außerdem ist nach dem Titel auch vermerkt von wem der Songs ist und wer es erklärt (beides die gleiche Person). Viel Spaß damit.

(In Kursiv das Monster, das den Song geschrieben hat.)

1. Scheiss CD
Rüdi:
Eine Persiflage auf eine Szene in der Bob Dylan Biographie, als er dreisterweise mit Band und E-Gitarre auftrat. Außerdem ein Lied über Liebeskummer und entgleisende Gefühle. Völlig übertrieben, sollte man meinen, allerdings nicht, gemessen an den Szenen, die sich damals abspielten. Das Lied, in dem ich am häufigsten das Wort “Scheisse” ausspreche.

2. Straßenschwimmer von Venedig
Labörnski:
Perspektiven, Beruf oder Berufung, Holzweg oder Überholspur? Die Welt ist voller Fragen. Aber auch Möglichkeiten. Manchmal sogar voller Kanäle. Da sollte man einfach eintauchen und den Gesängen der Gondolieri lauschen, schon funkeln Diamanten im Wasser. Ungefähr dieses Gefühl vermitteln Inhalt und Melodie dieses Kleinods.

3. To do Liste
Fred:
Während ich verhältnismäßig wenig Probleme habe, mir Melodien auszudenken, krampfe ich mir beim Texten regelmäßig einen ab und schaffe, wenn es hochkommt, zwei bis drei Songtexte. Pro Jahr! Das Thema „To do Liste“ fiel mir quasi aus dem Nichts in den Schoß. Nach dem Besuch beim Scheidungsrichter ging ich mit meiner – nun auch juristisch gesehen – Ex-Frau essen und stellte schon beim Gläschen Sekt fest, dass ich ein weiteres meiner Lebensziele klassisch verfehlt habe. Das begriff ich in dem Moment aber eher als Ansporn, mich von Niederlagen nicht entmutigen zu lassen, sondern entschlossen und erwartungsvoll nach vorne zu schauen. Dem Sekt sei Dank.

4. Socken
Totte:
In den Wirren der Realität fühle ich mich zumeist wie Woody Allen in einem Gemälde von Hieronymus Bosch. Um so wichtiger, einen Rückzugsort zu besitzen, der mir Sicherheit und Selbstvertrauen gibt. Im Waschsalon überblicke ich alles, Neulinge kommen mit ihren Fragen zu mir, wahrscheinlich, weil ich hier soviel Kompetenz ausstrahle. Außerdem schreibe ich fast alle Texte hier. Ich habe die saubersten weißen Westen im gesamten Rockbusiness, weil ich zur Förderung meiner Kreativität andauernd Wäsche wasche. Wenn dann, am Ende des Waschtages, auch noch die Zahl der Socken aufgeht, fühlt man sich ein bißchen wie Gott. Aber das könnt Ihr ja leider nicht wissen, denn anscheinend gelingt das nur mir. Jedenfalls, demzufolge, was ich von den Mitwaschenden so höre. Dieses Lied soll darum jedem jenes Hochgefühl vermitteln, als Hoffnungsspender und als Anreiz. Apropos: Ist „Bosch“ nicht auch eine Waschmaschinenmarke?

5. Das Schaf
Burger:
Gott, wie ich Vegetarier beneide….
Der Refrain dieses Liedes ist von meinem alten Freund Henning Eisermann, der bereits vor Jahren einmal den Song Tod in der Nordsee geschrieben hat. Ich hab nur die Strophen geschrieben und dem Lied so eine Line gegeben. Die Strophen waren früher auf Türkisch 🙂

6. Feuerwehrleute
Pensen:
Feuerwehrleute, die wahren Helden des Alltags. Ob nun die Katze aus dem Baum gerettet werden muss, der Baum brennt oder die Katze. Die Jungs und Mädels von der Feuerwehr sind einfach allzeit bereit. Und können noch soviel mehr. Eine echte Respektsbekundung!

7. Ich Sonnenschein
Rüdi:
Geschrieben in einer Küche nach einem Wohnzimmerkonzert in Winterstein im Thüringer Wald. Ich hatte plötzlich Lust, Gitarre zu spielen, alle waren im Bett und zum Frühstück konnte ich dieses Lied präsentieren. Es hat für den Zustand, in dem ich es geschrieben habe, ziemlich viele Harmoniewechsel.

8. Auftragskiller für die Mafia
Totte:
Der älteste Witz, meines Wissens, ist der Bananenschalen-Gag. Ich wollte ihm ein zeitgemäßes Format verpassen. Ich bin ein großer Fan von Mafiastories, allen voran den „Sopranos“. Absolut unglaublich, daß die Leute alle von „Game of Thrones“ faseln, wo doch die „Sopranos“ leichtfüßig sogar die „Buddenbrooks“ vom Thron gestoßen haben. Ob da Schutzgeld im Spiel war, weiß ich allerdings nicht. Im wahren Leben war ich Zivildienstleistender und wende Gewalt nur gegen Gurkengläser an, aber wofür hat man denn schließlich seine Phantasie? Vom Depp zum Don in zwei Minuten, nicht schlecht, oder?

9. Nur mit Dir
Fred:
Generell versuche ich, unterhaltsame bzw. lustige Lieder zu schreiben. Manchmal allerdings packt mich der totale Ehrgeiz und ich muss etwas ernsthafteres zustande bringen. Die Liebeserklärung an das Gerät, was mir unter anderem die Miete und das Hundefutter bezahlt, war irgendwie überfällig, eine Geste der Dankbarkeit.

Monsters of Liedermaching - Für alle Cover
Monsters of Liedermaching – Für alle Cover

10. Photoshop
Burger:
Ein Hoch auf die inneren Werte!
Ich bin im normalen Leben Fotograf. Ich treffe jeden Tag Menschen, deren äußeres Erscheinungsbild nicht zu ihrem Charakter passt.
Das Lied war längst überfällig. Seit ein paar Jahren bin ich Influencer bei Adobe und sie mögen das Lied auch 🙂
„If you want an Job done well hire a professional…“ (Leon Der Profi)

11. Schlauwalzer
Pensen:
Alle sind immer so klug. Oft. Wie schön es dann ist mal jemanden zu treffen, der statt Hirn Herz im Kopf hat. Beides schockt natürlich auch.
Aber man kann auch nicht wahllos alles haben. In diesem Falle – ab zum Schlau-Automat, ne Packung Hirn holen.

12. Dein Fels
Rüdi:
Irgendwie inspiriert von Amy McDonald. Dazu Bretagne, Wind, Streit und ein Spaziergang. Sehr schön bei der Aufnahme ist Schlagzeuger Onkels krachende Brandung im 3/4-Teil!

13. Sag mir doch
Pensen:
“Sag mir, wie’s mit uns weitergeht.“ In menschlichen Beziehungen kann es zu dieser Herz & Nervenzerreißenden Situation kommen. Unkontrollierbare Ungeduld spielt da natürlich auch mit rein. Ach Zukunft, du spannende Angelegenheit.

14. Kleine Lilly
Labörnski:
Ein „Was wäre wenn?“-Szenario mit düsterer Prognose, aber auch liebender Zuneigung. Der wahrscheinlich voluminöseste Chor unseres Lebens. Alle, die uns in den Aufnahmetagen besuchten, mussten mal ans Mikro. Wenn sowas aus einer spontanen Busfahrteingebung resultiert, wie eben bei diesem Stück, sollte man nie wieder per Bahn reisen.

15. Katz und Hund
Totte:
Pizza oder Pommes, Fußball oder Handball, Lanz oder Kerner, Pest oder Cholera? Das sind ja alles Fragen, über die wir Menschen gerne in Wallungen geraten. „Hund oder Katze?“ ist auch so eine Frage. „Wurst oder egal!“, sollte man antworten, andererseits habe ich da ausnahmsweise mal eine Meinung zu, die ich argumentativ unterfüttern kann. Ich finde Katzen einfach cooler, auch deren Humor liegt mir näher, nicht so tollpatschig clownesk, eher vornehm britisch. Trotzdem mag ich Hunde, warum auch nicht? Snoopy ist beispielsweise sicher cooler als Garfield, wobei Snoopy eigentlich auch eher eine Katzencharakteristik aufweist. Rantanplan ist ziemlich hundetypisch, und den finde ich enorm überschätzt. Idefix hingegen würde ich Garfield vorziehen. Schwierig.
Bei den HalterInnen, egal ob von Hunden oder Katzen, denke ich aber meistens nur: „Nö, blöd.“, denn die nerven mit ihrem Getue. Glaubt Ihr nicht? Dann scrollt Euch mal durch Facebook. Und ich, das merke ich gerade, sollte mal langsam die Finger von Comics lassen.
Also: John Steinbecks „Charley“ ist ein guter Hund, die Katze in Mark Twains „Tom Sawyer“ ist tot, aber „Huckleberry Finn“ ist eh das bessere Buch, also egal. Der Song „Katz und Hund“ ist jedenfalls wundervoll geworden, gerade auch wegen Onkel an den Drums und Noodt am Klavier, was dem ganzen einen Touch zwischen Tom Waits und den „Aristocats“ verliehen hat. Peace to all animals.

16. Mein Hund
Fred:
Da mir regelmäßig zu Ohren kommt, dass Frauen eigentlich auf Arschlöcher stehen, habe ich dringend einen Song gebraucht, wo ich mich als solches darstelle. In der Hoffnung, dass dann endlich die Frauen auf mich stehen…

17. Supermann
Burger:
Mein Liebeslied für Herrn Probst, den ersten Arbeitslosen, den ich als Kind kannte.
Erst reich und erfolgreich, dann alkoholabhängig und geschieden…

18.Institut
Labörnski:
Laßt uns ehrlich sein: Das denken viele, sagen auch viele. Oder kennt hier irgendjemand „The Office“ nicht? Aber das Thema der Ohnmacht gegenüber institutionellem Wahnsinn ist eben ein unerschöpflicher Quell kreativer Energie. Immerhin. Und wenn man Behördenslang-Standards in Reimform bringt, klingt es auch niedlicher. Übrigens, Fun-Fact: Die Schreibmaschine im Song ist echt und wurde von zwei Herren zeitgleich gespielt.

19. Morgenstern
Rüdi:
Entstanden während einer Meditation über den markanten Loopgroove, den wir auch auf der Aufnahme verwendet haben. Ein romantisches Lied, lustigerweise in der gleichen Nacht entstanden wie “Scheiss CD”.

FÜR ALLE TOUR 2017
eventim.de – Tickets
02.11.17 Frankfurt, Batschkapp
03.11.17 Stuttgart, Im Wizemann
04.11.17 München, Strom
05.11.17 Hannover, Pavillon
06.11.17 Osnabrück, Bastard Club
07.11.17 Vechta, Gulfhaus
08.11.17 Kiel, Räucherei
09.11.17 Rostock, M.A.U. Club
10.11.17 Leipzig, Täubchenthal
11.11.17 Berlin, Heimathafen
17.11.17 Paderborn, Capitol
18.11.17 Köln, Live Music Hall
24.11.17 Münster, Sputnikhalle
25.11.17 Hamburg, Markthalle

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