(c) Ariane Pochon - Michael Schumacher
Interviews

Michael Schumacher im Short & Sweet-Interview

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(c) Ariane Pochon – Michael Schumacher

Mit dem Schauspieler und Produzenten Michael Schumacher, eigentlich Michael Fritz Schumacher, konnte ich kürzlich ein Short & Sweet-Interview machen. Wir sprachen über den Film Cord, seine Rolle im Großstadtrevier, unnachahmbare Geräusche im Studio, Kompromisse und vieles mehr. Spannende Antworten von Michael Schumacher. Viel Spaß beim Lesen!

­­1. Gab es schon einmal Probleme mit der Polizei und wenn ja weswegen?

Ui, interessante erste Frage. Ich musste wegen einer Party zu Studentenzeiten mal Strafe wegen Ruhestörung zahlen. Sollte ich erwähnen, dass beim dritten Erscheinen der Polizei, um 5h morgens, meine Wohnung geräumt wurde, um die Party aufzulösen?

2. Vor einem Konflikt weg laufen oder eine Lösung suchen?

Ich finde es interessant, sich zu fragen, was nach einem bevorstehenden Konflikt passieren könnte. Also was ist das Schlimmste was passieren kann? Oft ist es besser, die Situation auszubaden und vom Tisch zu haben. Meiner Erfahrung nach lösen sich Konflikte, wenn man sich ihnen stellt, auch oft auf überraschende, ungeahnte Wege von selbst.

3. Welches Geräusch ist unmöglich im Studio nachzuahmen?

Erdrückende Stille

4. Die nervtötendste Kooperation war Deiner Meinung nach?

Ich kann die Frage so pauschal nicht beantworten.
Manchmal gehe ich mit falschen Erwartungen an Dinge heran und bin danach enttäuscht. Wenn man die Situationen dann mit etwas Abstand betrachtet, habe ich oft gerade durch sie etwas gelernt – über mich selbst oder meine Welt bzw. die Branche in der ich arbeite.

5. Welche Bandkombination wäre so interessant für Dich, dass Du dafür sogar die üblichen Festivalklos und das Massencamping auf Dich nehmen würdest?

Ich gehe ganz gerne auf alternative, kleinere Festivals, wo kaum namhafte Bands spielen, und es einfach nur um gute Musik geht und man zwei Tage am Stück seinen Alltag vergessen kann. Das hat für mich etwas Archaisches. Dafür nehme ich dann auch schlechte Festivalklos in Kauf und erst mal ein ausgiebiges Bad, wenn ich wieder zu Hause bin.

6. Die größten Naturschönheiten gibt es wo?

Die Leute sagen immer in Neuseeland. Da war ich aber noch nie. Dafür war ich neulich in der Sächsischen Schweiz. Das war der absolute Hammer. Die Felsformationen mit ihren Schluchten, Wälder voller Legenden und Märchen. Ansonsten ist es für mich immer ein Genuss am Wasser zu sein. Vielleicht ist das mein Norddeutsches Erbe.

7. Tag oder Nacht?

Das ist bei mir phasenabhängig. Berufsbedingt muss ich manchmal abends oder nachts topfit sein, beim Theater hat man abends Vorstellungen und bei Nachtdrehs ist man manchmal bis zum Morgengrauen in Aktion. Da rutsche ich dann manchmal in einen Nachtrhythmus. Die Tagphasen sind für mich zwar dauerhaft die gesünderen, aber auf der anderen Seite genieße ich die Ruhe die man nachts hat. Kein Telefon klingelt und keiner stört einen.

8. Was ist der größte Kompromiss, den Du jemals eingegangen ist (privat und/oder als Künstler)?

Ich sehe Kompromisse nicht negativ. Wenn man mit anderen Menschen zusammenarbeitet oder zusammenlebt, muss man sich auf Kompromisse einlassen. Sonst gäbe es keine Zusammenarbeit oder Zusammenleben und man wäre allein. Wenn der Kompromiss allerdings zu groß ist, und man damit zu unglücklich wäre, muss man unbedingt Nein sagen!

9. Erzähl unseren doch bitte etwas über den Film Cord und was es damit auf sich hat.

CORD ist ein postapokalyptischer Science-Fiction Film.
Wir haben CORD unabhängig von Sendern und Filmförderung produziert. So richtig independent mit vielen talentierten Menschen haben wir 6 Wochen im tiefsten Winter ein Studio gebaut und dann fast 2 Monate den Film gedreht.
CORD spielt in einer Welt in der Fortpflanzung über Sex nicht mehr erlaubt ist. Körperlicher Kontakt und Lust sind strengstens verboten. Für die Menschen ist Lust und Sex wie eine illegale Droge. In unserer Geschichte verbünden sich zwei sehr unterschiedliche Menschen auf der Suche nach dem Ursprung der Lust und sexueller Anziehung.

CORD lief 2015/16 auf über 30 internationalen Festivals weltweit und hat neun Preise gewonnen, darunter Bester Film, Grand Prix du Jury, Beste Darstellerin etc. Wir wollten einen Schocker machen und das ist uns anscheinend gelungen. Es sind tatsächlich regelmäßig Menschen umgekippt im Kino. Der Film wird sehr kontrovers gehandelt – entweder die Leute lieben oder hassen ihn. CORD wurde gerade auf Itunes und Amazon Prime veröffentlicht.

Hier ein Trailer:

Meine eigenen Filmprojekte sind für mich eine großartige Erweiterung meines kreativen Spektrums. Ich bin hier nicht nur als Schauspieler in einer Rolle, sondern als Produzent an der ganzen Geschichte und Umsetzung beteiligt. Macht unglaublich Spaß und scheint ganz gut zu funktionieren. Unser neuer Film „Un bel di vedremo“ hat Ende Oktober Premiere auf dem Hofer Filmfest.

10. Du hast mir etwas von einer Rolle im Großstadtrevier erzählt in unseren E-Mails. Darfst Du konkreter werden?

Ja, die Folge heißt „Oma Helmut“ und wird am 16.10.17 um 18:50 in der ARD ausgestrahlt. Ich spiele darin einen Playboy, der „keine Eier in der Hose hat“ sich einem Konflikt (siehe Frage 2) zu stellen.

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