Press "Enter" to skip to content

Tommy Godex im Interview

sharing is caring
(c) Stig Bursche - Godex
(c) Stig Bursche – Godex

Mit Tommy Godex konnte ich kürzlich ein Interview via E-Mail führen. Wir haben über die aktuellen Bands sowie Thora, seine ehemalige Band, Drogen, Süche, Alkohol, Depressionen, Musik, Vergleiche und noch einigem mehr gesprochen.

Hallo Tommy. Vielleicht kannst Du Dich unseren Lesern einmal vorstellen und erzählen in welchen Bands / Projekten du aktiv warst und bist. Wie sieht die Besetzung in den jeweiligen Gruppen aus?

Tommy: Das kann ich gerne machen. Von 1999 bis 2009 war ich Sänger bei Thora (Gothic Metal) und ab dem Frühjahr 2009 habe ich dann meine aktuelle Band Godex gegründet.
Anfang 2017 begann ich noch bei Schlagwetter Schlagzeug zu spielen.

Deine Band Godex wird als Gothic-Rock beschrieben und oft fallen Vergleiche mit HIM und The 69 Eyes. Würdest Du dem eher zustimmen, wenn ja wie stark und ist das nicht auch ein Zwiespalt für Dich als Künstler? Im Sinne von: da möchte man etwas eigenständiges machen und dann folgen derartige Vergleiche. Das ist einerseits Lob, andererseits lässt das aber auch den künstlerischen Aspekt außer Acht, oder?

Tommy: Ich habe mit Thora einige Support Shows für HIM gespielt. Das waren mit die besten Konzerte meines Lebens 🙂 Und den Vergleichen, die bis heute da sind, würde ich auch zustimmen. Ich sehe das so, wenn ich Menschen etwas über meine Musik erzähle und diese meine Band noch nicht kennen, dann sind Vergleiche hilfreich. Menschen brauchen solche „Schubladen“, dann ist es einfach griffiger. Das ist zumindest mein Eindruck und mich stört es auch nicht.

Wie war es für Dich in den Woodhouse Studios mit Siggi Bemm aufnehmen zu können? Wie tief greifen die Änderungen bei den Aufnahmen seitens eines Produzenten? Geht das auch ins Textliche rein oder umfasst das nur die musikalische Seite?

Tommy: Unsere Zeit in den Woodhouse Studios war sehr, sehr schön. Siggi ist ein toller Produzent. Siggi hat einfach dabei geholfen unsere Musik auf den Punkt zu bringen. Dabei lag sein Fokus darauf, das Individuelle der Band zu fördern und das zu verwirklichen, was ich mit den Songs und der Musik aussagen will. Und genau so sollte die Arbeit eines Produzenten definiert sein. Für uns war es eine sehr lehrreiche und spannende Zeit.

(c) Godex - The Heart Collector
(c) Godex – The Heart Collector

The Heart Collector ist ja schon ein wenig älter. Planst du schon ein neues Album, wenn ja, kannst Du uns schon etwas darüber erzählen? (Anmerkung, die nicht ins Interview kommen wird: auch gerne, welche Band – meiner Kenntnis nach spielst Du ja auch bei Schlagwetter…)

Tommy: Momentan mache ich Rerecordings von älteren Godex Songs. Und wenn alles nach Plan läuft, werden die Songs als eine Art „Best Of“ Album im Herbst veröffentlicht. Godex gibt es jetzt 10 Jahre und da sind einige ganz tolle Songs zusammen gekommen. Und mir macht es immer wieder sehr viel Spaß mich mit den Songs zu beschäftigen.
Dann kommt dieses Jahr ein neues Schlagwetter Album raus. Der genaue Termin der Veröffentlichung steht aber noch nicht fest.
Ein neues Godex Album habe ich auch schon länger geschrieben. Ich denke, ich werde mich nächstes Jahr mit der Veröffentlichung beschäftigen.

Chamber of Doom war ein rein akustisches Album von Dir. Wird es derartiges noch mal geben?

Tommy: Hier ist momentan nichts geplant.

Auf das gleiche Werk bezogen: ich habe gelesen, dass Du dort Themen angegangen bist, die Du abschließen wolltest. Magst Du uns etwas darüber erzählen?

Tommy: Ich war jahrelang recht depressiv. Dies lag unter anderem daran, dass der größere künstlerische Erfolg nie eingetreten ist. Zusätzlich wurde ich über die Jahre immer abhängiger vom Alkohol und den Drogen. Die schlimmste Zeit war so 2009 und 2010. Für mich hat in der Zeit fast überhaupt nichts mehr Sinn gemacht. Ich habe mich dann entschlossen eine Therapie zu machen und in den folgenden Jahren ist es mir dann gelungen mich komplett von meinen Süchten und den Depressionen zu befreien. Dies ging allerdings nicht über den Weg der Musik, sondern ich habe konsequent psychologisch an mir gearbeitet und habe tolle Menschen gefunden, die mir sehr viel geholfen haben. Das alles ist aber ein sehr komplexes Thema und würde sicherlich den Rahmen dieses Interviews sprengen. Falls du und deine Leser weiter an diesem Thema Interesse haben, können wir hier gerne nochmal extra drüber sprechen.

Wie würdest Du die Entwicklung – speziell bei Godex – seit der Gründung beschreiben und wohin wird die Reise führen?

Tommy: Die Entwicklung bei Godex ist recht problematisch. Wir haben das aktuelle Album „The Heart Collector“ extrem stark promotet. Wir hatte für das Album einen tollen Produzenten, haben eine verstärkte Radiopromotion gemacht, haben mit den Crüxshadows getourt und noch viel Geld in weitere Promotion gesteckt. Das Endergebnis ist allerdings leider recht ernüchternd und ein wirtschaftlicher „Totalschaden“. Mir war das Risiko bewusst. Ich dachte mir „No Risk No Fun“ und bin letztlich gescheitert. Das war auch nochmal eine sehr schwierige Zeit für mich, in der ich mich sehr viel mit meiner Identität als Künstler beschäftigt habe. Auch das ist ein komplettes extra Thema. Letztlich hat mich aber auch diese schwierige Phase ein gewaltiges Stück weiter gebracht, so dass es mir momentan so gut geht wie nie zuvor.

Vielen Dank für das Interview.

Tommy: Mit Godex gibt es leider momentan keine live Aktivitäten. Allerdings veröffentliche ich in regelmäßigen Abständen Videos von den Rerecordings. Also checkt einfach mal meinen Youtube Channel.
Mit Schlagwetter geht es im Mai wieder auf die Bühne. Wir spielen ein paar Shows als Support für Ost Front. Darauf freue ich mich sehr.

-Werbelink-
Godex – The Heart Collector

sharing is caring