(c) Tim Fulda - PAU
Interviews

PAU im Interview

(c) Tim Fulda - PAU
(c) Tim Fulda – PAU

Mit der Hamburger Indie-Band PAU konnte ich kürzlich ein Interview via E-Mail machen. Wir haben über die EP The Secret gesprochen aber ebenso das Thema Depressionen angeschnitten. Außerdem gab es Fragen und Antworten zu Texten, Musik, Studio und mehr. Viel Spaß beim Lesen des Interviews.

1. Bitte stellt euch doch einmal unseren Lesern vor und erzählt bitte etwas zur Bandgründung, zum Lineup etc.

Wir sind eine 4-köpfige Band aus Hamburg, gegründet schon 2012, in der jetzigen Besetzung seit 2013 aktiv, seitdem treten wir auch auf. Das Lineup ist relativ simpel, Schlagzeug, Bass, Gitarre, Tasten und Gesang. Am Anfang haben wir sehr wenig Effekte eingesetzt, deshalb auch der häufige Vergleich mit The Whitest Boy Alive. Das hat sich, unter anderem durch unsere Zusammenarbeit mit Mark Tavassol, allerdings geändert, wir sind viel offener für Sounds und Effekte geworden, solange sie dem Song und seiner Storyline dienen. Live klingen wir aber deutlich direkter als auf der neuen EP, irgendwo zwischen Indiepop und Postrock.

2. Wie habt ihr euch zusammengefunden und habt ihr vorher schon in Bands gespielt, wenn ja, in welchen?

Jens-Rainer (Schlagzeug) und Arne (Bass) haben eine gemeinsame Bandvergangenheit in der Hamburger Postrockband Jullander, die in den 2000ern u.a. mit ihren drei Alben beim Label Sunday Service für einiges Aufsehen gesorgt haben. Sönke (Gitarre und Gesang) und Jan (Tasten und Sounds) machen auch schon seit der Jugendzeit Musik, aber vor Pau ohne wesentliche Öffentlichkeit.

3. Pau ist ein Name verschiedener Orte, eine Abkürzung für einen Flughafen, für eine Erkrankung einer Hauptschlagader und einiges mehr. Woher kommt der Name, was hat dieser für euch eine Bedeutung?

Ehrlich gesagt hat uns der Klang gefallen und weniger die Bedeutung des Namens. Wir wollten etwas Kurzes, Einprägsames mit Assoziation zu unserem eher dynamischen Sound und da haben wir mit Silben gespielt, herausgekommen ist „Pau“. Leider ist Pau auch ein häufiger spanischer Name, so dass man uns beim Googlen gar nicht so leicht findet. Aber das ändert sich ja vielleicht auch noch mal.

4. Wie war die Zusammenarbeit mit Mark Tavassol und gab es durch Gesagtes seinerseits noch Änderungen an euren Songs?

Mark arbeitet extrem professionell und zielorientiert, er macht nichts, was ihn langweilt, und sagt, ein Song muss sein, wie eine spannende Reise, auf die man mit der Band geht. Damit hat er unser Verständnis von Songwriting extrem erweitert und auch die Offenheit der Stilmittel, die dieser Reise dienen, Effekte, Sounds und Overdubs, aber alles so, dass wir dabei trotzdem authentisch und irgendwie „wir“ bleiben. Die Zusammenarbeit hat uns sehr beeindruckt, aber hat vor allem auch wahnsinnig Spaß gemacht.

5. Er, Mark, Tavassol, beschreibt euch als Mischung aus Erlend Øye und The Robocop Kraus. Was haltet ihr davon und wie beschreibt ihr euch selber?

Vergleiche mit anderen Bands hinken immer und müssen irgendwie doch sein, damit jemand, der uns nicht kennt, vielleicht doch interessiert sein könnte, in unsere Musik hineinzuhören. Marks Vergleich ehrt uns, allerdings legen wir auch auf Eigenständigkeit der Musik wert und haben immerhin auch ein paar Jahre gebraucht, „unseren Sound“ zu finden.

6. Verstimmungen im Gemütszustand hat sicherlich jeder mal. Habt ihr auch Erfahrungen mit Depressionen im Freundschaftskreis und wie geht ihr mit derlei um? Was hilft euch bei einem derartigen Gemütszustand?

Die Frage überrascht uns gerade etwas, aber Sönke und Jan arbeiten beide zufällig tatsächlich im Gesundheitsbereich mit Menschen mit psychischen Problemen. Aber um auf Eure Frage zu antworten: Wenn es sich um eine richtige Depression handelt, also über Wochen anhaltende niedergedrückte Stimmung und negative Gedanken, sollte man sich heutzutage nicht scheuen, professionellen Rat und Hilfe in Anspruch zu nehmen, gerade, wenn man merkt, dass es nicht von alleine besser wird und Gespräche mit Freunden nicht weiterhelfen. Eine Depression ist eine nicht zu leicht zu nehmende, aber inzwischen gut behandelbare Krankheit.

 

PAU - The Secret EP
PAU – The Secret EP

7. Zwischen Paupulism, eurer ersten 6-Track-EP, gibt es vier Jahre danach eine weitere EP (The Secret) mit drei Stücken. Warum „nur“ eine EP? Und worin liegt eurer Meinung nach der größte Unterschied musikalisch und textlich?

Paupulism war damals ursprünglich als Demo für Auftritte angelegt und ist dann doch, auch wegen der großen Unterstützung von Gerd Mauff vom Tonhotel, unsere erste EP geworden. Sie dokumentiert sehr klar und ohne große Effekte unseren damaligen Stand und Sound, der noch deutlicher vom Postrock inspiriert war, und klingt eher roh, mitunter unausgegoren. Bei den neuen Stücken hat Mark deutlich mehr eingegriffen als nur dokumentiert, was wir uns von ihm aber auch gewünscht haben, und entsprechend aufwändiger war die Produktion. Auch wollten wir weniger in EP- oder Album-Dimensionen denken und veröffentlichen bewusst auch nur digital. Es werden aber vermutlich weitere Aufnahmen bei ihm folgen. Textlich und inhaltlich haben wir uns tatsächlich auch weiterentwickelt, wobei es da einige Zeit brauchte, einen selbstverständlichen Stil zu entwerfen.

8. Apropos Texte: Wovon handeln eure Stücke? Was ist der persönlichste Song auf eurem Album?

Der persönlichste Song ist sicherlich „The Secret“, der von Abgründen, Geheimnissen und Unausgesprochenem handelt, aber auch von der Suche danach. Er lässt viel Raum für Interpretation und sollte für jeden und jede sehr persönlich verstehbar sein. „Facts & Signs“ handelt im weitesten Sinn von einer schwankenden, aber intensiven Beziehung und „Lose Yourself“ vom Schein und Sein. Insgesamt lassen unsere Texte viel Platz für eigene Assoziationen und beschreiben Situationen, Beziehungen, Gefühle, wie wir sie alle kennen. Wir versuchen textlich – so wie auch musikalisch – möglichst keine Klischees zu bedienen, deshalb die vielleicht etwas verschwommene Antwort auf diese Frage.

9. Vielen Dank für eure Zeit. Hier ist Platz für Antworten zu Fragen, die ich euch nicht gestellt habe sowie euch generell noch nie gestellt worden. Aber auch für euer Video und das, was ihr sonst so los werden wollte.

Wir bedanken uns auch sehr herzlich bei Euch und wollen diese Gelegenheit gerne nutzen, unserem Ersatzbassisten Siggi zu danken, der in diesem Jahr für Arne, der im Ausland ist, einspringt. Und noch der obligatorische, aber leider im Business notwendige Hinweis: Besucht und mögt uns gerne bei Facebook, wir sind dort unter PAU-Music zu finden.

Facebook: https://www.facebook.com/Paupulism/

Video zum Song „The Secret“:

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