© Christian Kandorra/ Rob Joseph / Nightbearer – Auf dem Foto Dome und Micha (v. l. n. r.) von der Band Nightbearer
Interviews

Nightbearer im Interview

© Christian Kandorra/ Rob Joseph / Nightbearer – Auf dem Foto Dome und Micha (v. l. n. r.) von der Band Nightbearer
© Christian Kandorra/ Rob Joseph / Nightbearer – Auf dem Foto Dome und Micha (v. l. n. r.) von der Band Nightbearer

Kürzlich habe ich die Band Nightbearer und ihre neue und erste Veröffentlichung unter diesem Bandnamen mit dem Titel Stories From Beyond vorgestellt. Nun gibt es mit Micha und auch Dome ein Interview. Wir haben über musikalische wie textliche Einflüsse geredet, der EP und dem kommenden und bisher noch unbetiteltem Album gesprochen. Anscheinend waren die Fragen zumindest soweit in Ordnung, dass Micha das zum Anlass genommen hat ausgelassen darüber zu sprechen. Und nein, es gibt keine zu langen Antworten bei Interviews. Das soll ja informativ sein. Wer also Old School-Death-Metal mag, sollte sich das Interview durchlesen und die Band nebenbei laufen und auf sich wirken lassen. Viel Spaß nun beim Interview!

1. Bitte stell dich doch einmal unseren Lesern vor und erzähl etwas über die Band.

M: Moin! Ich bin Micha von NIGHTBEARER, übernehme die Vocals, schreibe mit Dome sämtliche Songs, die Texte und kümmere mich um den Großteil an Presse, Promo, Booking, Merch, etc… Zudem singe ich bei Schlachtung!, Despised und Bloodwork und bin selbst fanatischer Metal-Fan, besonders der extremen Spielarten wie Black und Death Metal und dabei speziell der schwedischen Schule; bis vor ein paar Jahren tendenziell eher Göteborg, mittlerweile eher Stockholm. Amerikanischer Death Metal ist auch super, aber man hat so seine Prioritäten,… bei Black Metal hält sich das derzeit die Waage.

D: Ich bin Dome und bin neben dem Songwriting für die Instrumente zuständig. Außerdem kümmere ich mich um Produktion, Mischen und Mastern der Songs sowie alles „Technische“. Neben NIGHTBEARER spiele ich noch bei Despised, Hate Force One und Legion. Abseits von Old School Death Metal feier’ ich Melodic Death Metal, Progressive Metal, Thrash und Dark/Gothic-Metal ab (Obacht: Nicht diesen Opernsingsangquatsch!) sowie diverse Fingerstyle Gitarristen und Filmmusik. Da bin ich also ziemlich breit aufgestellt, der Fokus liegt aber ganz klar auf Todesblei.

2. Ihr seid ein Duo, wenn ich das richtig sehe, doch ab Ende des Jahres werdet ihr auch live zu sehen sein. Dann allerdings mit weiteren Musikern. Wer wird dabei sein und was erwartet den Leser bei einer Nightbearer Live-Show?

M: Korrekt! Dome und ich spielen seit Jahren zusammen bei Despised und sind da auch hauptsächlich für das Songwriting zuständig. Daher wissen wir zum einen genau, wie der andere so tickt, hatten aber zum anderen auch genug Zeit, zu merken, dass wir beide riesige Fans des unbezwingbaren und klassischen HM-2 Gitarrensounds sowie der dazu passenden Bands sind! Da musste unweigerlich eine Band wie NIGHTBEARER draus entstehen, haha!
Die Zusammenarbeit klappt hervorragend und die ganze Nummer ist äußerst produktiv, was du daran erkennst, dass – zumindest vom Instrumentellen her- bei EP-Release schon etwa 80% des kommenden Debütalbums geschrieben waren.
Wir haben vor dem Release der „Stories from beyond“-EP nur wenigen Personen von NIGHTBEARER erzählt, aber scheinbar genug Leuten, dass zumindest Manuel (Drums) von HATE FORCE ONE sich direkt eingeklinkt hatte; ich weiß gar nicht, ob wir ihn davon hätten abhalten können… selbst wenn wir gewollt hätten. Naja und was soll ich sagen, Bass und Gitarre haben wir dann auch aus unseren anderen Bands rekrutiert; wieso kompliziert, wenn es auch einfach geht?! Von HATE FORCE ONE kommt noch Oempfi am Bass und von DESPISED Christian dazu, womit das Schlachtschiff voll, die Kanonen bestückt und die Segel gesetzt sind.
Na und was du live erwarten kannst? Fliegende Haare, in die Luft gereckte Fäuste, Pommesgabeln, derbe Moshpits… und uns, wie wir dem Publikum die gute alte Zeit mit unser’m Old School Death Metal in die Köpfe hauen. Mit Äxten.

3. In eurer Info zählt ihr einige musikalische wie textliche Einflüsse auf. U.a. Bloodbath, Dismember auf der musikalischen Seite und unter anderem Lovecraft auf der textlichen. Wie stark fließen deren Geschichten und Erzählungen in die Texte mit ein? Welche sagt dir als Texter am meisten zu und welche beeinflussen dich am meisten?

M: Ja, da muss man schon ehrlich sein. Bloodbath ist unser blutiger Fixstern, neben diversen anderen. Aber Bloodbath geht immer (neues Album bald!!)! Die Grand Morbid Funeral hat mich, v.a auch durch Nick Holmes nochmal ganz anders gekickt als die Sachen davor, die mindestens genauso gut, vermutlich auch brutaler, aber nicht so morbide sind. Und Dismember haben einfach nur eine Sache in ihrer Geschichte falsch gemacht: sich aufgelöst. Ich liebe diese Band!

Am Anfang war mir schnell klar, dass ich bei NIGHTBEARER lyrisch einen komplett anderen Pfad einschlagen will als bei meinen anderen Bands. Und da ich riesiger Fantasy-Fan bin, hab ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt. NIGHTBEARER behandelt textliche ausschließlich Themen aus dem Bereich von Fantasy und Phantastik, d.h. Themen, Stoffe und Motive aus mehr oder minder bekannten High-Fantasy-, Low-Fantasy bzw. Sword & Sorcery- sowie Horror-Geschichten, aber auch Pen & Paper Rollenspiele, für die seit meiner Kindheit mein Herz schlägt; alles allerdings auf eine ernstere, erwachsenere Art und Weise. Aber wer G.R.R. Martin, Stephen King oder auch Terry Goodkind gelesen hat, weiß, dass das definitiv keine Kindergeschichten sind… Dazu muss ich sagen, dass mir die Texte auch sehr wichtig sind, da sie elementarer Bestandteil des Gesamtkonzepts von NIGHTBEARER sind.
Um auf deine letzte Frage einzugehen: Bei Lovecraft ist es das Gesamtwerk und der historische Kontext seines Schaffens, was mich fasziniert. Dazu gehört auch, mit wem er alles in Korrespondenz stand, wer von ihm „abgeschrieben“ und wer zu Lebzeiten seine literarische Welt erweitert hat. Weiter: Auch wenn es abgeschmackt klingt, aber J.R.R. Tolkien hat mich mit seinen Werken rund um Mittelerde als Kind und Jugendlichen derart geprägt, dass sein Name hier fallen muss. Natürlich sind es auch bei ihm der literarische und historische Kontext und besonders die Tatsache, dass er als einer der ersten diese Art der Fantasy schuf, die so wegweisend für das gesamte Genre und alle damit verbundenen popkulturellen Erscheinungen ist, die die Faszination noch verstärken. Zwei Songs des kommenden Albums ziehen ihre Inspiration aus Tolkiens Werk. Darüber hinaus Autoren auszuwählen ist total schwierig, wenn du schon seit knapp 25 Jahren Phantastik und Fantasy als deine große Leidenschaft entdeckt hast… Um mich mal auf Fantasy im engeren Sinn zu fokussieren: Autoren wie Stephen King (insb. Der Dunkle Turm), Robert Jordan (Rad der Zeit), Margaret Weis/Tracy Hickman (Drachenlanze, insb. Chroniken und Legenden), Tad Williams (Das Geheimnis der großen Schwerter), Terry Goodkind (Schwert der Wahrheit)… haben mich in den letzten Jahren/Jahrzehnten begeistern können, ebenso wie die Spielwelten der Forgotten Realms (AD&D/D&D) und Das Schwarze Auge.
Und dass dieser ganze Bereich perfekten Stoff für Metal und auch Death Metal abgibt, wissen wir ja… Wobei mir tatsächlich spontan keine Old School Death Metal Band mit vergleichbarem Fantasy/Phantastik-Konzept einfallen will…

Nightbearer - Stories From Beyond
Nightbearer – Stories From Beyond

4. Eure EP steht schon online, nicht nur bei Spotify, sondern auf einer Video-Upload-Seite. Kalkül oder unfreiwillig?

M: Ganz ehrlich: Es ist 2018. Das Internet hat sich wohl doch durchgesetzt. Vor dem Release hab ich infolge von kurzem Suchen die EP direkt auf russischen Downloadseiten gefunden und war wenig überrascht. Kurzum: Besonders als kleine Band musst du heutzutage umdenken. Als mich Matt von Metal Vault, dessen Channel ich bereits kannte, da ich darüber viele gute Bands kennengelernt habe, angeschrieben hat und gefragt hat, ob er die EP hochladen dürfe, habe ich direkt zugesagt. Ich meine, schau es dir an: knapp 30500 Abonnenten. 2018 musst du das als Promo einfach mitnehmen. Das Feedback ist auch grandios und geht soweit, dass ich schon ein paar CDs in die USA, nach Frankreich und Italien schicken durfte… zumindest führe ich das auf die YouTube-Sache zurück.
Mit Spotify hab ich nix am Hut bisher, da ich bis auf am Laptop physische Tonträger bevorzuge (und leidenschaftlich sammle!). Unser Label hat angeboten, sich um die ganze digitale Angelegenheit zu kümmern, was uns ganz gelegen kam.

5. Eure EP ist bei Unholy Fire Records erschienen. Wie kam es dazu? Und wieso entscheidet sich ein Label, eine Band trotz der vielen negativen Schlagzeilen für einen Streaming-Dienst?

M: Den Kontakt kam über Timon (Kokott; Timon Kokott Art-Works) zustande, der das EP-Cover gezeichnet hat und unsere Songs, die ich ihm vorab geschickt hatte, so gut fand, dass er Vögelchen gespielt und andere Leute angefixt hat… u.a. auch Mike von Unholy Fire Records. Der Rest ist Geschichte.
Was du mit den negativen Schlagzeilen meinst, weiß ich nicht, aber wie gesagt: Bis auf die YouTube-Sache – und ich selbst liebe es, neue und alte Bands dort zu entdecken und später deren Sortiment aufzukaufen – haben wir den digitalen Vertrieb abgegeben.

6. Es gibt Merch und eure Ankündigung für ein Debütalbum für 2019. Was kannst du unseren Lesern darüber schon erzählen? Wie sehen die Texte auf dem Album aus? Gibt es einen Fokus, beispielsweise Lovecrat‘sche Texte oder kommen andere Einflüsse zum Tragen?

M: Oh ja, Merchandise wird es schon vor dem ersten Konzert en masse geben… verschiedene Shirts (eins mit wunderbarer HM-2 Huldigung, auch mit Motiv von Timon Kokott Art-Works), ein absolut old schooliges Longsleeve, etc…. Das war uns wichtig, da wir NIGHTBEARER direkt als ernstzunehmende und professionell auftretende Band auf dem Schlachtfeld positionieren wollen.

Die Texte werden denen der EP ähneln. Düster, morbide, aber kein stumpfes Gemetzel. Das ist einfach nicht unser Ding. Es wird viele Anspielungen auf mehr oder minder bekannte Geschichten geben, wobei mir Lovecraft insgesamt, insb. der Cthulhu-Mythos, in letzter Zeit arg inflationär behandelt worden scheint (Ausnahme: Sulphur Aeon dürfen das bis ans Ende aller Tage weitermachen! Grandiose Band! Kommt da bald mal was neues?!).
Vermutlich wird sich dieses Mal also kein Text direkt mit seinem Werk befassen. Wie schon gesagt, wird Tolkien zu Ehren kommen, ebenso G.R.R. Martin, Stephen King und es wird einen kleinen Forgotten Realms Fokus geben, ohne mich aber auf konkrete Autoren (wie R.A. Salvatore, dessen Drizzt Geschichten ich liebe! Oder auch Troy Denning!) zu beziehen… Aber darüber hinaus werden es noch mehr Themen/Autoren/Werke auf die Platte schaffen. Aktuell überlege ich, ob ich ein paar Anmerkungen zu jedem Song ins Booklet schreibe, oder die Leute selbst die Anspielungen erkennen lasse… die Tendenz geht zu letzterem.

7. Wurde euer kommendes Album schön betitelt und ebenfalls dort aufgenommen, wo auch die EP aufgenommen wurde? (Fairerweise habe ich das „schön“ (es sollte offensichtlich schon heißen) dort gelassen. Feine Situationskomik und zumindest Micha ist auch darauf eingegangen. Freut mich, dass die Band den eigenen Titel auch schön findet. Man muss auch mal zu seinen ungewollten Fehlern stehen und lachen können. Anmerkung der Redaktion)

M: Aktuell läuft die Pre-Production, aber dazu kann Dome mehr sagen. Zum Titel kann ich sagen: Ja, es wurde schon und schön betitelt, aber eben jener bleibt erstmal noch unter Verschluss.

D: Das Album werden wir wie die EP wieder in meinem eigenen „Studio Hellmouth“ aufnehmen. Wir haben genug Erfahrung und das nötige Equipment, um selbstbewusst sagen zu können, dass wir das auch ohne externe Hilfe zu unserer Zufriedenheit hinbekommen. Die einzige Sache, die wir diesmal ändern werden, betrifft das Schlagzeug. Auf der EP habe ich mich noch darum gekümmert, aber dieses Mal werden wir unseren Live-Drummer Manu alles eintrommeln lassen. Er ist der Profi an den Drums, das sollte man nutzen. Ansonsten bleibt aber alles beim Alten: ich im gar nicht mal so stillen Kämmerlein und zwischendurch gibt Micha seinen Senf dazu und brüllt die Texte ein.

8. Vielen Dank für das Interview. Hier können noch einige Worte an eure Fans gerichtet werden.

M: Ich danke dir! Und allen Leuten, die bis zum Ende gelesen haben, haha! Natürlich müsste ich jetzt sagen, dass alle unsere social media Präsenzen auschecken sollten (Tut es!), um uns zu liken (Tut es!) und unsere Seite zu teilen (Tut es!), aber was ich wirklich saugut fände, wäre, wenn alle die, denen NIGHTBEARER gefällt (checkt die Streams ruhig aus!), ihren Freunden, Freundinnen, Kumpels und Kumpelinen bei ‘nem Kaltgetränk von uns erzählen, über die EP reden und unseren Kram in voller Lautstärke durch die Gehörgänge pusten lassen, damit 2019 jeder weiß: NIGHTBEARER sind als Teil der alten Death Metal Schule unausweichlich am Start!! UGH!!

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