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Daniel Holbe im Interview

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© Oliver Misof – Daniel Holbe
© Oliver Misof – Daniel Holbe

Kurz nach der Veröffentlichung des neuen Krimis Sühnekreuz im Verlag Droemer Knaur konnte ich mit dem Autor Daniel Holbe via E-Mail ein Interview führen. Wir sprachen über alte Wunden, den neuen Kaufmann / Angersbach-Roman, haben Fragen zum kommenden Julia Durant-Fall Der Panther gestellt und über einige andere Themen gesprochen.

Unser letztes Interview fand circa September 2018. Damals hattest Du noch mit einem lädierten Bein zu kämpfen. Ich hoffe es geht Dir wieder besser, alles konnte verheilen.

Danke, ja. Ich habe meinen Rollstuhl zurückgegeben (man wusste dort nicht einmal, dass man mir einen verliehen hat) und benutze die Laufschuhe wenigstens noch auf dem Home-Trainer. Den Marathon kann ich mir jetzt halt abschminken, aber dafür bleibt mir mehr Zeit zum Schreiben. Think positive 🙂

Ebenfalls in dem Interview haben wir über einen Sabine-Kaufmann-Roman gesprochen, der bei Dir unter Ralph-Angersbach-Roman läuft. Das neue Buch mit dem Titel Sühnekreuz ist kürzlich erschienen. Was kannst Du unseren Lesern dazu sagen?

Mit SÜHNEKREUZ ist etwas ganz Tolles passiert: Es ist ein Neustart und gleichzeitig eine Wiederkehr. Wenn eine Reihe so lange (fast 4 Jahre) pausiert, dann muss man nicht nur als Leser, sondern auch als Autor wieder neu eintauchen. Das hat große Freude gemacht und ich glaube, es ist das beste Buch der Reihe geworden. Und sowohl Ralph als auch Sabine werden darin ganz große Momente haben.

Ohne zu weit vorgreifen zu wollen: es sind ganz schön viele Schicksalsschläge. Gibt es die Option einer weiteren Romanreihe?

Nein, das kann ich schon mal sagen: Die Reihe bleibt so bestehen, wie sie ist. Einziger Unterschied ist der, dass Sabine, wenn sie beim LKA ist, hessenweit eingesetzt werden kann. Das erlaubt den beiden einen deutlich größeren Radius als bisher. Und komplexere Fälle. Darauf habe ich Lust und ich werde das im kommenden Band 4 auch direkt ausprobieren.

Bei der Interview-Anfrage hast Du außerdem durchblicken lassen, dass Du an einem Durant-Fall schreibst. Ist das Der Panther oder gar schon der 20. Fall? Kannst Du uns (ggf. über beides) etwas darüber erzählen?

Tatsächlich ist genau jetzt der Abgabetermin für den PANTHER. 31. März. Normalerweise wäre das früher gewesen, da ist der Umzug noch dran schuld, dass wir ein bisschen mehr Zeit eingeplant haben. Trotzdem denke ich schon ganz oft an den Fall Nr. 20, wobei ich das noch ein wenig auf Distanz halte. DER PANTHER ist ein sehr intensives Buch, sowohl der Fall als auch in den privaten Handlungssträngen, der lässt mir nur wenig Raum für anderes.

Wie kam es zur Entscheidung Ben Tomasson bei Sühnekreuz mit ins Boot zu holen und wie fühlt sich das an, wenn jemand anderes noch an der eigenen Romanreihe mitwirkt? Hatte das irgendwelche Auswirkung auf den Inhalt, die Psyche des Täters, …? Gerade als promovierter Diplom-Psychologe könnte man da ja einiges machen, denke ich.

Ich habe das im Nachwort umfangreicher beschrieben, hier mal die Kurzform: Ben und ich haben 2017 ja ein E-Book zusammen gemacht. Und ich fand es unheimlich hilfreich, einen Teamplayer dabei zu haben. Bin ich aus der Sozialen Arbeit auch so gewohnt, dass es immer jemanden gibt, mit dem man sich rückkoppeln kann, der eine andere Perspektive einnimmt und so weiter. Beim Schreiben fehlt das manchmal. Bis zum Lektorat ist man da Einzelkämpfer und Selbstzweifler. Dass wir ähnliche Vorlieben haben und uns auch in Sachen Werdegang ergänzen – ja, ich denke, das hat den Personen in SÜHNEKREUZ recht gut getan!

Auf Deiner Facebook-Seite gibt es ein Foto von Dir mit einem Lemmy-Bild im Hintergrund. Wo liegt hier die Verbindung? Inspiriert Dich Musik auch beim Schreiben, wenn ja, inwiefern?

Nach Jahren absoluter Stille beim Schreiben – ich konnte es mir nie anders vorstellen – habe ich die Musik-Streams eines Rocksenders für mich entdeckt. Die haben genau das, was ich brauche: Playlists, die ich vorher nicht kenne und wenig bis gar kein Gerede. Perfekt.
Und den Lemmy, nun ja, ich habe 2017 sein signiertes Portrait zugunsten der Wacken-Foundation ersteigert. Ich war anfangs schockiert, weil ich überhaupt nicht damit gerechnet hatte, Höchstbietender zu bleiben. Aber alles in allem eine unglaublich coole Sache. Nur, dass in meinem alten Büro die Wände zwei Meter höher (und auch zwei Meter weiter entfernt) waren. Jetzt habe ich manchmal das Gefühl, er fällt mir auf den Kopf…

Ebenfalls bei FB gibt es ein Bild samt Aktion von und mit Dir – mit Lippenstift. Was hat es damit auf sich?

Och, naja, es gab da diesen Tag, als die Belege von gleich vier Neuauflagen in der Post waren. Da dachte ich mir, dass sich all meine Fans einen virtuellen Schmatzer verdient haben. Immerhin kaufen die ja die Bücher und sind damit diejenigen, die uns Autoren zu Bestsellern machen. Dann ergab das eine das andere… und am Ende drückte ich die Schmatzer sogar in zwei signierte Bücher. Und seitdem gerät das völlig außer Kontrolle – auf der Leipziger Buchmesse habe ich mich direkt mal mitten unter den Besuchern schminken und in eins meiner Buch küssen dürfen 😀

Kurz nach Erscheinen von Sühnekreuz hast Du schon zum 4. Angersbach / Kaufmann geteasert. „Damals“ durftest Du noch nichts verraten, jetzt vielleicht? Oder vielleicht einige „Gemeinheiten“ in Form von Einzelheiten?

Ich würde so gerne den Titel oder das Cover verraten. Aber das geht leider erst im Mai – vielleicht updaten wir das dann einfach hier.

(Anmerkung der Redaktion: Besagter vierter Band wurde angekündigt und heißt Totengericht. Cover und Buchklappentext befindet sich hier.)

Gibt es Entscheidungen im Sühnekreuz-Roman, die Dir besonders schwer respektive leicht gefallen sind?

Ja und nein. Figuren müssen leiden, nicht nur Täter und Opfer, sondern auch meine Helden. Habe ich Mitleid mit Sabine, dass ihre Mutter sterben musste? Natürlich, denn ich kann ihr den Verlust eines Elternteils ja leider nachempfinden. Und es war auch komisch, das dann meiner Mama zum Lesen zu geben. Aber meine Entscheidung, diesen Weg zu gehen, beeinflusste das trotzdem nicht. Im nächsten Band darf dann wieder Ralph leiden. Nicht schön für ihn, aber darauf kann ich keine Rücksicht nehmen. Wichtig ist immer nur, dass am Ende alles gut werden kann.

Als ob das noch nicht genug ist, die obligatorische Frage: Gibt es noch andere Projekte, die angedacht sind und Platz haben in der Planung? Damit auch: Danke für das Interview!

Auch hier sind wir zeitlich ganz arg ungünstig für Details… sorry! Es gibt wirklich große Dinge, die ihren Schatten vorauswerfen. Aber noch muss das alles im Dunkel bleiben. Aber ein paar Häppchen habe ich trotzdem. Ich werde gemeinsam mit Ivonne Keller (auch wieder so ein zwei-Personen-Projekt, was super funktioniert!) eine weitere Kurzgeschichte für die Anthologie „Ein Viertelstündchen Frankfurt, Band 3“ schreiben. Und dann wird der Hessentag 2020 ja in Bad Vilbel stattfinden. Auch hierfür entsteht gerade etwas Tolles mit mehreren Beteiligten – es dürfte sich also lohnen, die Augen und Ohren offen zu halten!

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Sühnekreuz von Daniel Holbe KAUFEN

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