Cro - Tru Cover
Reviews

Cro – tru. CD Kritik

Teilen:
Cro - Tru Cover
Cro – Tru Cover

Am 8. September 2017 ist das neue Album von Cro mit dem Titel tru. erschienen. Und wenn ich mir die bisherigen Kritiken ansehe, kann ich die ganze Lobhudelei auf Musik und Inhalt nur bedingt nachvollziehen oder gar auf der Platte erkennen. Daher frage ich mich, ob andere einfach nur ihre Interpretationen in die Rezensionen einfließen lassen, sowie ich auch, oder eine ganz andere Platte hören.

Auf dem Album wird davon gesungen, dass die Musik nicht des Geldes und / Erfolges wegen gemacht wird. Der Gedanke dahinter ist zwar nett und idealistisch. So sollte für einen Künstler ja auch letztendlich sein. Aber in der ganzen Maschinerie des Kapitalismus bleibt es bei einem idealistischen Gedanken. Ab einen gewissen Punkt gibt es entweder dem Nachgeben und Erfüllung des Willens – Ruhm aufrechterhalten, weiter Geld bekommen und den künstlerischen Aspekt darin so gut wie möglich zu integrieren – oder aber wirklich sich immer wieder und wieder neu erfinden statt dem anderen Weg zu folgen. Und, für mich steht der weniger idealistische Weg hier im Vordergrund – und das ist nicht mal als Vorwurf gemeint. Ich denke, dass es einfach ein Kompromiss ist, den man irgendwann eingeht. Speziell wenn man – wie hier – Chimperator auf Laufen hat und dahinter noch jede Menge anderer Menschen stehen, die eine Art Familie sind. Die lässt man eher ungerne auflaufen und ohne die Einnahmen.

Damit will ich aber weder die Musik noch die Texte runtermachen. Sie sind, wie sie sind. Und wenn es das ist, was Cro für dieses Album auf dem Herzen hatte, dann hat das ebenfalls seine Berechtigung. Da zählt der Gedanken dahinter, dass es raus muss, wie es in der Info heißt. Gedanken sind da, um verarbeitet werden zu können. Wenn das der Weg ist, den Cro für sich gefunden hat – oder halt einer von mehreren ist – dann ist das gut und völlig in Ordnung.

Zugegebenermaßen klingt das Album textlich erwachsener – auch mehr als ich erwartet hätte. Ebenso reflektiert. Viele verschiedene Themen scheinen hier durch. Oder zumindest meine ich das. Sich selbst verewigen – das Cro zumindest im künstlerischen Aspekt geschafft. Computiful scheint eine Melange aus Kritik an dem ästhetischen Empfinden, das ja auch durch die Mode diktiert wird, den Internetbekanntschaften als solche als auch das Kennenlernen über verschiedene Werkzeuge – hier Tinder – zu sein. Paperdreams ist inhaltlich beschäftigt mit dem Schein / Sein – also, entweder oder – und der anschließenden Erkenntnis, dass das, was man einst gefunden hat, gut genug war und man selbst das nicht erkannt hat.

Auch ich bin nicht sicher davor, da irgendwas reinzuinterpretieren. Dafür nimmt Musik bei mir einen zu großen Raum ein. Aus verschiedenen Gründen. Dass das Album den Weg des deutschsprachigen HipHops für die nächsten Jahre ebnet, sehe ich hier einfach nicht. Es ist gut aber eben nicht so gut. Es klingt erwachsener als gedacht aber eben nicht so erwachsen, wie andere es sehen. Die Erfolge, vergangene wie gegenwärtige sind sicherlich gerechtfertigt und ich generell ein skeptischer Mensch. Was besonders dann zum Tragen kommt, wenn zu viel Lob ausgesprochen wird.

Clubtour 2018:
eventim.de – Tickets
25.02.2018 Berlin – Huxley’s
26.02.2018 Hamburg – Große Freiheit
27.02.2018 Köln – Live Music Hall
01.03.2018 Stuttgart – Im Wizemann
04.03.2018 München – Backstage

Werbung / Ad
Fazit
Review Datum
Reviewed Item
Cro – tru. CD Kritik
Autoren-Rating
41star1star1star1stargray
Teilen:

Kommentare