Kategorien
Artikel

Ostern Traditionen

Ostern ist das Fest der Auferstehung Christi. Aber auch dazu gibt es einige nette Bräuche respektiv Traditionen. Das Wort Ostern kommt vom lateinischen pascha oder Festum paschale und wird vom Hebräischen pésach abgeleitet. Die Feiertage fallen auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond: frühestens auf den 22. März, spätestens auf den 25. April.

Bild von <a href="https://pixabay.com/de/users/castleguard-2970404/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=2197043">Rebekka D</a> auf <a href="https://pixabay.com/de/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=2197043">Pixabay</a>
Bild von Rebekka D auf Pixabay

In Deutschland kennt man ja die Suche nach versteckten, bunt bemalten Hühnereiern und Süßigkeit vom Osterhasen. Das wird auch in den Niederlanden so gemacht. Es werden regional auch Zweige in Vasen und solche draußen an den Bäumen mit bunt bemalten Ostereiern geschmückt. Einen Kuchen in Hasen- oder Lammform gibt es ebenfalls. Desweiteren sind Bräuche wie Ostereiertitschen, Ostereierschieben, Ostereierwerfen und Eierschibbeln üblich.

Vorwiegend im süddeutschen Raum aber auch in Luxemburg ziehen Kinder mit speziellen Ratschen oder Klappern durch das Dorf, um zu den Gottesdiensten et cetera zu rufen.

Etwas seltsamer wird es in den katholischen Regionen Deutschlands aber auch in Frankreich und Österreich. Dort wird den Kindern das fehlende Glockenläuten von Karfreitag bis Ostersonntag damit erklärt, dass die Glocken nach Rom fliegen. Auf dem Rückweg haben sie Süßigkeiten im Gepäck. In Frankreich findet die Suche nach dem Süßen erst am Ostermontag statt.

Am Karsamstag werden in Polen die Speisen für das Frühstück am Ostersonntag gesegnet. Święconka heißt das. Am Ostersonntag besprengt man sich gegenseitig mit Wasser. Das nennt sich dann Śmigus-dyngus. Letzteres gibt es in ähnlicher Form auch in der Ukraine, Ungarn, Slowakei und in Tschechien. Es ist ein slawischer Brauch und soll bis ins Jahr 966 zurückgehen.

In Polen heißt das Osterkörbchen Koszyk und werden traditionell mit Buchsbaumzweigen ausgeschmückt. Im Korb sind folgende Speisen enthalten (dahinter steht die christliche Bedeutung): Brot (Christus als Brot des Lebens), Ostereier (Anfang, neues Leben, Auferstehung), Osterlamm (aus Schokolade, Butter oder Teig und zum Teil mit Fahne, auf der Alleluja steht; Lamm Gottes, weil Jesus Christus seine Hinrichtung demütig wie ein Lamm annahm), Salz (Reinigung der Herzen, Bund zwischen Mensch und Gott), Wurstwaren (stehen für Wohlstand), Wasser (als Zeichen für den Heiligen Geist, Wiedergeburt und Leben) sowie Meerrettich (als Bitterkeit für das Leiden Christi). Manchmal befinden sich auch Pfeffer und Baba wielkanocna im Korb. Ersteres hat die gleiche Bedeutung wie Salz, letzteres steht für Fertigkeit und Vorzüglichkeit.

Hartgekochte Eier werden in Bulgarien, Griechenland, Russland, Serbien und Schweden rot bemalt oder teils nach altem Brauch mit Hilfe einer Zwiebelschale rot gefärbt. Das gilt als Symbol für das neue Leben, das durch das Opfer Christi erworben wurde. Außerdem werden in Russland am Karsamstag traditionelle Osterspeisen wie Kulitsch und Pascha geweiht.

Nachts gehen Frauen in Schweden heimlich und schweigend an eine Quelle, um das Osterwasser zu holen. Schaffen sie es, dabei nicht gesehen zu werden und mit dem Wasser ihren Liebsten zu benetzen, so soll seine Liebe ihr sicher sein.

Ostern wird in Schweden mit Feuerwerk und Lärm gefeiert. Am Osterfeuer werden die „Osterhexen“ symbolisch verjagt. Am Gründonnerstag verkleiden sich die schwedischen Kinder als „Osterweiber“ – Påskkärring genannt. Mit langen Röcken und Kopftüchern laufen sie durch die Straßen und betteln an den Türen nach Süßigkeiten. Als Bezahlung erhält man dann ein selbstgemaltes Osterbild.

Nach der Auferstehungsliturgie wird in Griechenland eine Suppe namens Marjiritsa, bestehend aus den Innereien des Lamms, gegessen. Dieses wird dann am Sonntag am Spieß gegrillt und am Abend werden viele Feuerwerke und Knallkörper in vielen Gemeinden des Landes gezündet. Außerdem begrüßt man sich an den Ostertagen mit den Worten: Χριστὸς ἀνέστη! Christos anesti! („Christus ist auferstanden!“) Der so Gegrüßte antwortet: Ἀληθῶς ἀνέστη! Alithos anesti! („Er ist wahrhaftig auferstanden!“)

Am Ostersonntag wird in Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Rumänien ein Brauch ausgeübt, der ähnlich dem ist, was wir schon aus Polen kennen. Männer besprengen Frauen mit Wasser, in Ungarn gar mit Parfüm. Außerdem wird, ohne Schmerz zuzufügen, symbolisch mit einer handgemachten Rute – pomlázka (Tschechien) – korbáč (Slowakei) – geschlagen. Dadurch soll die Schönheit und die Gesundheit der Frauen im kommenden Jahr erhalten bleiben.

Männer erhalten im Gegenzug ein bunt bemaltes Ei oder einen kleinen Geldbetrag. In manchen Gegenden dürfen die Frauen am Nachmittag, spätestens am nächsten Tag, den Männern einen Eimer Wasser über den Kopf kippen.

Mehrere Prozessionen des sogenannten Osterreitens ziehen am Ostersonntag in der sorbisch-katholischen Oberlausitz in der Nähe von Bautzen durch die Gegend. Es nehmen rund 1.500 Reiter teil. In Ostritz an der Neiße wird dieser Brauch ebenfalls gepflegt, hier allerdings in deutscher Sprache.

Bei den Burgenlandkroaten ist der Brauch des Eierschnitzens vom Aussterben bedroht. Hier werden filigrane Muster in zuvor gefärbte Eier gekratzt.

In Malaysia wird in den Teilen Sabah und Sarawak im Osten des Landes Ostern gefeiert. Dort gibt es nämlich eine größere Anzahl von Christen.

Kunstvoll bemalte Eier findet man in der Ukraine, Tschechien, die Slowakei und Polen sowie in den sorbischsprachigen Gebieten Deutschlands (Brandenburg, Sachsen). Hier werden mit flüssigem Wachs Ornamente auf die Eier übertragen.

Die Torta di Pasquetta gibt es in Italien.  Es handelt sich hierbei wohl um eine Art Gugelhupf mit gekochten Eiern, Spinat sowie der sogenannten Ostertaube. Am Karfreitag finden vielerorts Prozessionen statt, bei der das Kreuz schweigend durch die Straße getragen wird. am zweiten Feiertag wird die Auferstehung mit der Familie und Freunden beim Picknick gefeiert.

Mit einer Birkenrute schlagen Freunde und Bekannte sich einander leicht in Finnland. Damit wollen sie an die Palmzweige, mit denen Jesus in Jerusalem empfangen wurde, erinnern. Mit Trommel und Tröten gehen Kinder am Ostersonntag als Signal für das Ende der Trauer durch die Straßen Finnlands.

In Neuseeland ist die Auckland Easter Show eine jährlich Tradition. Neben Sport-Events gibt es auch Zirkusse und Märkte.

Auf abschüssigen Straßen lässt man in England bunt bemalte Eier hinunterrollen bis die Schale ganz kaputt ist.

Als Osteressen gibt es in Kroatien eine Art Kasseler Rippenspeer, der in der Kirche gesegnet wird. Anschließend wird dieser mit Meerrettich und hart gekochten Eiern als Osteressen serviert.

Auf der 5th Avenue in New York gibt es die traditionelle Easter Parade.Hier verkleidet man sich und fährt mit bunt geschmückten Wagen durch die Straßen. Am Weißen Haus in Washington findet das Eierrollen – The White Houser Easter Eggs Roll – statt. Hier erhält jeder Teilnehmer ein Holzei, das vom Präsidenten und seiner Gattin signiert wird.

Den Brauch mit den Hasen und bunten Ostereiern pflegt man auch auf den Philippinen. Sobald die Osterglocken läuten, fassen die Eltern die kleinen Kinder beim Kopf und heben sie hoch. Der Glaube besagt, dass das Kind dadurch größer werden soll.

Für etwa zwei Wochen feiert man in Mexiko eine Art Volksfest mit Musik und Tanz. Girlanden schmücken die Straße. Am Karfreitag jedoch ist es ruhig und es finden Prozessionen statt.

Mit Blumenschmuck wird in Südamerika, südlich des Äquators um genau zu sein, ein Frühling imitiert. Dort fällt Ostern nämlich in den Herbst.

Verlobte Paare schöpfen in Australien zu Ostern fließendes Wasser aus einem Bach und bewahren es bis zu ihrem Hochzeitstag auf. Bevor sie dann zur Kirche gehen, besprengen sie sich gegenseitig damit. Das soll Glück bringen.

Primär gibt es in Spanien Prozessionen und Umzüge. An Karfreitag ziehen Verhüllte mit Henkersmützen und Fackeln durch die Straßen und verteilen Süßigkeiten an die Kinder. Die Spanier feiern zu Musik der Kapellen am Ostersonntag auf den Straßen.

(**)(**)(**)