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Homöopathie – Unwirksames wirksam reden (funktioniert nicht)

Homöopathie ist ein Konstrukt das jeden zur Verzweiflung bringt. Die, die es verteidigen, weil man sich mit Argumenten der anderen Seite beschäftigen muss, statt einfach nur das einzunehmen, was man für richtig hält. Die Gegner der Homöopathie hingegen verzweifeln, weil die Argumente nicht wirken. Selbst man ein wenig entgegenkommt und sagt: Ja, der Placebo-Effekt wirkt bei den Globuli anscheinend. Aber das ist auch das einzige. Den letzten Satz schiebt man meist nur in Gedanken hinterher, weil alles andere nichts bringt.

Die Krankenkassen halten das für ein Wettbewerbswerkzeug anstatt für eine Geldmaschine. Tatsächlich lässt sich mit Homöopathie mehr und / oder schneller Geld verdienen als mit der Schulmedizin. Wie ich darauf komme? Schon 2007 meldete die Ärztezeitung (Quelle), dass die Abrechnung homöopathischer Leistungen für die Ärzte immer attraktiver wird. Die Vergütung umfasst: 90 € Erstanamnese, 20 € Repertorisation, 20 € Analyse und 45 € Folgeanamnese. Für diese 175 € braucht ein Arzt 5 „herkömmliche“ Patienten im Quartal und muss diese behandeln, egal wie oft sie diese Praxis betreten. (Quelle)

Mit der Befürwortung der Homöopathie geht auch eine unbegründete Angst gegenüber „der Chemie“ in den Medikamenten auf die jeweilige Person über. Dies unterstützt den Reverse Placebo Effect – Noceboeffekt. Was nichts anderes bedeutet, dass die Angst, den Körper daran hindert, dass das Medikament nicht mehr richtig oder gar nicht wirkt. Gleichzeitig spielt dies den Befürwortern diese alternativen Medizin in die Hände. Denn die „ach so bösen“ Arzneimittel funktionieren nicht. Das scheint als Grund zu reichen, etwas einzunehmen das genau so wenig wirkt und sogar aus verschiedenen anderen Gründen gefährlich ist.

Dies stellte schon die Seite Debunking Denialism fest (Quelle). In englischer Sprache wird dort ausführlicher geschildert wieso. Heruntergebrochen heißt es: homöopathische Mittel können verdreckt sein unter anderem mit Mikroorganismen, Giften, Metallen, Pestiziden usw. Entsprechende Mittel enthalten keine einheitlichen Dosen. Sie entkräftigen den Nutzen der richtigen Medizin. Sie sind rausgeschmissenes Geld. Homöopathie verhindert kritisches Denken. Warum und wieso, ist auf der oben verlinkten Seite von Debunking Denialism zu lesen.

Die Krankenkassen scheinen die Kritik von dem Bundesversicherungsamt zu ignorieren, ebenso die bedenken ihrer eigenen Kunden sowie die Kritik an die Krankenkassen, das sinnvolle Therapien, Arzneimittel et cetera nicht bewilligt werden – obwohl nachweislich erfolgsversprechend – dafür homöopathische Mittel bezahlt werden, die nichts außer den Placebo-Effekt haben – und selbst gegen den sprechen ja, wie oben geschrieben, mindestens fünf gute Gründe.

Weiterlesen:

Bento: Warum immer mehr Krankenkassen Globuli zahlen, obwohl sie nichts bringen

(ein Web-Angebot der Spiegel-Gruppe für Leser zwischen 18 und 30 Jahren) erklärt heute in vier Punkten, „warum immer mehr Krankenkassen Globuli zahlen, obwohl sie nichts bringen”: Es geht um Wettbewerb unter den Krankenkassen. Es geht um neue, jüngere Mitglieder. Es geht um Geld – mit fragwürdigen Argumenten. Viele Politiker kritisieren Homöopathie nicht mehr.

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